Auf einen Blick (21.2.)

Nachricht 21. Februar 2006

Kultusminister Bernd Busemann besucht den Stand „Kirche auf der Bildungsmesse“

Der erste Tag war für den Stand „Kirche auf der Bildungsmesse“ auf der didacta erfolgreich, so die Bilanzierung der Standverantwortlichen am Abend. Am ersten Tag besuchte der niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann den Stand und wurde insbesondere von der Schulreferentin der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers Frau, Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track begrüßt. Zudem war ein reges Interesse seitens der Messebesucher zu den Angeboten des Standes zu verzeichnen. So besuchten 41 Besucher das Kirchencafe und nutzten hier die Gelegenheit, in den ausgelegten Broschüren und Informationsmaterialien zu schnuppern, vertiefende Gespräche im Anschluss an die Veranstaltungen zu führen oder einfach nur ein wenig zu verweilen. Rund einhundert Teilnehmer nahmen an den über den Tag verteilten fünf Veranstaltungen am Stand zu den Themen „Religiöse Feiern in der Schule“, „Theaterpädagogische Zugänge zu biblischen Texten“, „Religiopolis – Weltreligionen durch E-Learning entdecken“, „Elemente eines Grundlagenkurses in der Jahrgangsstufe 11 des Gymnasiums über ‚Gott und die Welt’“ und „Innovative Medien für den Religionsunterricht: Didaktische DVD „Fernöstliche Religionen“ teil.

Unter dem Motto: „Bildung braucht Religion – Orientierung gewinnen, Kompetenzen erwerben, Verantwortung übernehmen“ präsentieren die evangelische und die katholische Kirche auf der Bildungsmesse „didacta“ in Hannover vom 20.-24.02.2006 am Stand E 43 in Halle 16 ein umfangreiches Programm rund um Schule und Religionsunterricht.
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Pastoren und Imame gegen Mohammed-Karikaturen und Gewalt
Hannover/Loccum (epd). Evangelische Pastoren und türkische Imame aus Niedersachsen haben in einer gemeinsamen Erklärung die dänischen Karikaturen des Propheten Mohammed sowie die zum Teil gewaltsamen Proteste dagegen verurteilt. Die Verhöhnung des islamischen Glaubens sei ebensowenig akzeptabel wie die massiven Reaktionen darauf, teilte der Islam-Beauftragte der hannoverschen Landeskirche, Christoph Dahling-Sander, am Dienstag in Hannover nach einer christlich-islamischen Studienwoche in Istanbul mit.

Pastoren und Imame sähen sich in der Verantwortung für den inneren Frieden in Deutschland und für den Respekt vor den religiösen Überzeugungen. Unterschiedlich bewerteten Christen und Muslime jedoch die Rolle des Staates im Karikaturen-Streit, sagte Pastor Dahling-Sander. Die Imame erwarteten, dass der Staat solche Karikaturen unterbinde. Sie gingen dabei von den Verhältnissen im türkischen Staat aus, der durch eine eigene Behörde religiöse Angelegenheiten regele. Dass sich der Staat aus religiösen Dingen heraushält, sei für sie schwer nachvollziehbar.

Außerdem verurteilten die Pastoren und Imame auch Gewalt und Folter gegen Häftlingen im irakischen Gefängnis Abu Ghraib. Die in jüngster Zeit erneut bekannt gewordenen Vorfälle missachteten die Würde des Menschen und seien zu verwerfen, hieß es.

Während der Studienwoche in Istanbul besuchten 15 Pastoren und 15 Imame gemeinsam das islamische Mufti-Amt, mehrere theologische Ausbildungsstätten und die theologische Fakultät der Marmara-Universität. Dahling-Sander kritisierte bei dem Treffen die rechtlich unsichere Stellung der evangelischen Kirche in der Türkei. - Das Pastoralkolleg der Landeskirche in Loccum bei Nienburg bietet alle zwei Jahre eine gemeinsame christlich-islamische Fortbildung für Pastoren und Imame an.
(epd Niedersachsen-Bremen/b0458/21.02.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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Das Paradies als Halbinsel - Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel stellt alte Landkarten aus

Von Ilona Sourell (epd)

Wolfenbüttel (epd). Der Garten Eden lag für das 12. Jahrhundert weit im Osten. Der Weg in dieses Paradies, als Halbinsel dargestellt, war nach der Weltkarte des Lambert von Saint-Omer lang und beschwerlich und führte quer durch ganz Asien. Die Karte ist das Prachtstück der Ausstellung "Europas Weltbild in alten Karten - Globalisierung im Zeitalter der Entdeckungen", die seit Sonntag in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel gezeigt wird.

"Von Europa aus wurde die Welt vermessen, kartiert, und benannt", erläutert Bibliotheksdirektor Hellwig Schmidt-Glintzer. Mit rund 70 Original-Exponaten, alle aus dem Bestand der Bibliothek, können die Besucher verfolgen, wie die Europäer die Erde entdeckt, erforscht und sich unterworfen haben.

Die aktuelle Diskussion über Europas Tradition und Selbstverständnis finde ihre Vorläufer in den Arbeiten der Kartografen, die das damals herrschende Weltbild dokumentierten, bestätigt Christian Heitzmann. Der stellvertretende Leiter der Handschriftenabteilung hat die Ausstellung konzipiert.

Afrika und Asien waren den Europäern seit dem Altertum im Bewusstsein. Im Katalog zur Ausstellung wird Asien das "Hinterland des Heiligen Landes" genannt, in dessen Weiten der Garten Eden vermutet wurde. Daran orientierte sich auch die möglicherweise älteste illustrierte mittelalterliche Enzyklopädie, der "Liber Floridus"
("Blütenbuch") des Lambert von Saint-Omer, der die Weltkarte samt Paradiesgarten enthält.

Lambert hatte am Ende des 11. oder Anfang des 12. Jahrhunderts mehr als 100 Quellen zur Geografie, Astronomie, Mathematik und Naturgeschichte zusammengetragen. Mehrere Seiten, zum Teil Faksimiles, sind in der Schatzkammer der Wolfenbütteler Bibliothek aufgeschlagen.

Spätere Handschriften aus dem 15. und 16. Jahrhundert belegten, wie sich das nur scheinbar festgefügte christliche Weltbild des Mittelalters verändert und geöffnet hat, erläutert Schmidt-Glintzer. Schon mit der Entdeckung der Handelswege nach Afrika und Asien habe die Globalisierung begonnen.

Christian Heitzmann hat bei den Vorarbeiten einen einzigartigen Fund gemacht: In der Kartensammlung der Bibliothek stöberte der Wissenschaftler das Unikat einer Weltkarte aus dem Jahr 1524 auf, die der Kartograf Juan Vespucci im Auftrag der spanischen Krone angefertigt hatte. Allem Anschein nach ist nur das Wolfenbütteler Exemplar weltweit erhalten.

Die Ausstellung dauert bis zum 4. Juni. Sie ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
(epd Niedersachsen-Bremen/b0452/20.02.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen