Bremer Senator will auf Kirchentag in Bremen verzichten (akt.)

Nachricht 14. Februar 2006

Bremen (epd). Die Bremische Evangelische Kirche (BEK) hat am Dienstag Äußerungen des Bremer Bürgermeisters und Innensenators Thomas Röwekamp
(CDU) zum Deutschen Evangelischen Kirchentag in Bremen 2009 scharf kritisiert. Röwekamp hatte am Montagabend im Bremer Regionalfernsehen gesagt, er könne sich einen Verzicht auf das große Christentreffen vorstellen, damit die Stadt 7,5 Millionen Euro sparen könne. Auch die Kirchentagsleitung in Fulda zeigte sich "erstaunt, dass jemand mit politischer Verantwortung die Einladung in Frage stellt".

Der theologische Repräsentant der BEK, Pastor Louis-Ferdinand von Zobeltitz, wies in einer Stellungnahme "den kurzsichtigen Vorschlag von Senator Röwekamp entschieden zurück". Die bereits 2003 vom Senat und den parlamentarischen Gremien schriftlich zugesagten 7,5 Millionen Euro seien kein politischer Spielball. Kirchentags-Sprecher Rüdiger Runge sagte, diese Zusage sei überhaupt die Voraussetzung gewesen, dass der Kirchentag in seiner auf Jahre im Voraus angelegten Planung eine solche Einladung annimmt.

Senatssprecher Klaus Schloesser sagte dem epd: "Noch ist nichts entschieden. Noch ist nichts abgesagt." Das kleinste Bundesland müsse in den kommenden zwei Jahren je 30 Millionen Euro bei den Investitionen einsparen. Dabei müsse jede Ausgabe, auch die vertraglich zugesicherten, überprüft werden. Die beiden Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) und Röwekamp hätten über eine lange Liste zu entscheiden. "Da ist der Kirchentag ein kleines Mosaikteilchen", so Schloesser. Mit einer klaren Entscheidung rechne er in spätestens drei Wochen.

Von Zobeltitz bezeichnete die Äußerungen Röwekamps als "sehr unbedacht". Er lasse Bremen in der Öffentlichkeit als unzuverlässigen Verhandlungspartner erscheinen. Der Kirchentag werde viele tausend vor allem junge Menschen aus ganz Deutschland und zahlreiche internationale Gäste nach Bremen bringen. Hier investierten Stadt und Kirche in die ethische, politische und religiöse Orientierung der jungen Generation. Das sei heute wichtiger denn je. Nicht zuletzt würden auch der Einzelhandel und die Gastronomie profitieren. Das lehrten auch die Erfahrungen aus dem Kirchentag 2005 in Hannover.
(epd Niedersachsen-Bremen/b0405/14.02.06)

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