Hildesheim: Katholischer Bischof in sein Amt eingeführt

Nachricht 12. Februar 2006

Hildesheim (epd). Der neue katholische Bischof von Hildesheim, Norbert Trelle, ist am Sonnabend in einem Gottesdienst mit rund 2.000 Gästen im Hildesheimer Dom in sein Amt eingeführt worden. In seiner Predigt forderte der 63-jährige Trelle die Menschen zur Versöhnung auf. Er kritisierte die Gewalt, die es in den vergangenen Tagen im Streit um die Mohammed-Karikaturen gegeben hatte. "Niemals dürfen wir hinnehmen, dass im Namen Gottes Menschen umgebracht oder mit dem Tod bedroht werden", sagte er.

Ein unsensibler Umgang mit den religiösen Gefühlen anderer Menschen und religiöser Fanatismus hätten zu Mord und Brandstiftung geführt. "Fanatische Rachsucht darf nicht obsiegen gegenüber allen Bemühungen um verständnisvolle Annäherung an Menschen anderer religiöser Überzeugungen oder kultureller Prägungen", sagte Trelle. Die Welt habe eine tiefe Sehnsucht nach einem Gott, der die Menschen mit Behutsamkeit aus gegenseitiger Verachtung und zerstörerischer Gewalt herauslösen könne.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, erinnerte an "viele ermutigende und frohmachende Erfahrungen im Glauben", die Trelle bisher als Weihbischof im Erzbistum Köln sammeln konnte. Der Generalvikar der Serbischen Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa, Erzpriester Milan Pejic (Hannover), rief dazu auf, dass sich die westlichen und östlichen Kirchen gemeinsam für die Versöhnung und Einheit der Christen einsetzen sollten.

Als Vorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen wies der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber auf viele schwierige Umstrukturierungen hin, mit denen die Kirchen konfrontiert seien. "Das Miteinander unterschiedlicher Religionen und Kulturen stellt brennende Fragen und Fundamentalismus und Gleichgültigkeit sorgen uns", sagte Weber. Er wünsche sich, dass es beiden Kirchen gelinge, die Probleme gemeinsam vor Gott zu bringen, die praktische Zusammenarbeit zu verstärken und einander auszuhelfen, wo immer es möglich sei.

Zu der feierlichen Zeremonie im Dom waren Bischöfe aus ganz Deutschland gekommen. An der Amtseinführung nahmen auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) und zahlreiche Minister aus seinem Kabinett teil. - Norbert Trelle folgt Bischof Josef Homeyer nach, der seit August 2004 im Ruhestand ist. Trelle wurde in Kassel geboren und 1992 in Köln zum Bischof geweiht.
(epd Niedersachsen-Bremen/b0388/11.02.06)
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