Auf einen Blick (6.2.)

Nachricht 06. Februar 2006

Karikaturenstreit: Islam-Experte setzt auf Dialog
Hannover (epd). Der Dialog zwischen Christen und Muslimen kann nach Auffassung des hannoverschen Religionswissenschaftlers Professor Peter Antes den Streit um die Mohammed-Karikaturen entschärfen. Gefragt sei eine Gesprächskultur ohne Schuldzuweisungen und weitgehend ohne Emotionen, sagte der Islam-Experte am Montag in einem epd-Gespräch. Dem stehe jedoch das Interesse fundamentalistischer Islamisten entgegen, den Konflikt für ihre Zwecke auszunutzen. Antes räumte ein, den Streit zu schlichten, sei "keine einfache Sache".

Stark autoritäre Regime wollten an Beispielen wie den Karikaturen beweisen, wohin die westliche Meinungsfreiheit führe, in ihren Augen nämlich in die Katastrophe, sagte Antes. In den gewalttätigen Aktionen gegen die Botschaften drücke sich auch ein Frust gegenüber dem technisch fortschrittlichen Westen aus: "Vielen Leuten dort ist das moderne demokratische Staatsverständnis nicht klar, nach dem sich der Staat aus solchen Konflikten heraus halten soll." Die Karikaturen verstärkten das Gefühl, dass der Westen den Islam mit Gewalt verbinde.

Die Pressefreiheit sei genauso wie die Religionsfreiheit ein hohes schützenwertes Gut, betonte der Professor. Journalisten müssten allerdings auf die religiöse Gefühlslage der Menschen Rücksicht nehmen: "Manchmal gibt es da wenig Sensibilität." Man müsse wissen, dass Menschen in Europa und der arabischen Welt unterschiedlich dächten und empfänden, sagte Antes.
(epd Niedersachsen-Bremen/b0325/06.02.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++

Experten: Mission bei Jugendlichen nicht unmodern
Krelingen/Kr. Soltau-Fallingbostel (epd). Mission ist nach Ansicht von Experten bei Jugendlichen nicht unmodern. Viele junge Erwachsene hätten Interesse daran, im Ausland bei Hilfsprojekten mitzuarbeiten und als Missionare den christlichen Glauben zu verbreiten, sagte evangelische Theologe Erhard Berneburg am Montag nach einem Jugendmissionstages in Krelingen bei Walsrode.

Mehr als 500 Jugendliche hatten sich am Wochenende bei der Veranstaltung im Geistlichen Rüstzentrum Krelingen über die Auslandsmission informiert. "Jugendliche machen Reisen, nehmen an Austauschprogrammen teil und interessieren sich für die Fragen der Globalisierung - da kann auch Mission nicht unmodern sein", sagte Berneburg als Studienleiter des theologisch konservativen Rüstzentrums.

Das Rüstzentrum hatte den Jugendmissionstag gemeinsam mit dem Evangelisch-lutherischen Missionswerk in Niedersachsen und sieben weiteren Missionswerken organisiert. Insgesamt stellten sich 32 Missionswerke vor, von denen die meisten Mitglied in der "Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen" in Korntal bei Stuttgart sind.

Allein die 89 Mitgliedswerke der Arbeitsgemeinschaft bieten nach Angaben ihres Geschäftsführers Wolfgang Büsing 330 Stellen im Ausland an. Jugendliche könnten dort Ersatzdienst oder ein Freiwilliges Soziales Jahr leisten.
(epd Niedersachsen-Bremen/b0319/06.02.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++

Kloster Amelungsborn erhält Pilgerstempel
Holzminden/Hildesheim (epd). Das Kloster Amelungsborn bei Holzminden hat einen Pilgerstempel erhalten. Pilger auf dem Weg vom Loccum bei Nienburg nach Volkenroda in Thüringen können sich damit dokumentieren lassen, dass sie in der Pilgerherberge des Klosters Station gemacht haben, teilte der evangelische Kirchensprengel Hildesheim am Montag mit.

Der Stempel mit einem Durchmesser von vier Zentimetern nimmt Motive des Amelungsborner Abtssiegels auf. Er gibt den Spruch "Porta patet, cor magis" ("Die Pforte steht offen, das Herz noch mehr") wieder.

Das 1135 gegründete Kloster Amelungsborn liegt auf halber Strecke des Pilgerwegs von Loccum nach Volkenroda, der im vergangenen Jahr von der hannoverschen Landeskirche eröffnet wurde. Es gehört wie Loccum zur Gemeinschaft evangelischer Zisterzienser-Klöster in Deutschland und wird von einem Konvent unter Vorsitz des Abtes geleitet. Bis zur Reformationszeit lebten in Amelungsborn Mönche.

Heute steht das Kloster als evangelische Einrichtung Gästegruppen offen. Es verfügt über rund 40 Betten (Internet: www.kloster-amelungsborn.de).
Als Abt amtiert der Hildesheimer Landessuperintendent Eckhard Gorka.
(epd Niedersachsen-Bremen/b0328/06.02.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen