Initiative sagt Paket-Hilfsaktion für Weißrussland ab

Nachricht 01. Februar 2006

Buxtehude (epd). Aufgrund verschärfter Einfuhr-Vorschriften hat eine kirchliche Initiative in Buxtehude bei Hamburg ihre bevorstehende Paket-Hilfsaktion für Weißrussland abgesagt. "Aufgrund neuer Bestimmungen in Belarus ist das Risiko zu groß, dass unsere Pakete für Ostern möglicherweise nicht ausgeliefert werden können", teilte am Mittwoch Pastor Hans-Otto Gade mit. Der Theologe ist Vorstandsmitglied in der landeskirchlichen Arbeitsgemeinschaft "Hilfe für Tschernobyl-Kinder".

Ausgenommen sind Wertbriefe, die laut Gade gegen die übliche Gebühr im Buxtehuder Dietrich-Bonhoeffer-Haus abgegeben werden können. Der Theologe hofft, dass die weihnachtliche Pakethilfe wie gewohnt laufen kann. Zuvor erwartet der Kirchenkreis Buxtehude vom 21. Juni bis 19.
Juli etwa 45 Kinder und Dolmetscher aus der Region, die durch die Tschernobyl-Katastrophe verstrahlt wurde. Sie sollen sich rund um Bargstedt, Bliedersdorf, Horneburg und Buxtehude erholen. Nähere Information dazu gibt es im Internet (www.st-petri-buxtehude.de).

Im zurückliegenden Jahr hat der Kirchenkreis Buxtehude nach eigenen Angaben 55 Kinder beherbergt. 1.000 Hilfspakete wurden nach Belarus gesandt sowie Medikamente im Wert von 16.000 Euro beschafft. 20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe seien die Folgen der Verstrahlung noch nicht überwunden, betonte Gade.

Auch Ärzte und Umweltschützer berichten, dass in den am meisten betroffenen Regionen in Weißrussland und in der Ukraine die Zahl der Strahlentoten und -kranken ständig steigt. Spenden für die Betroffenen können auf das Konto 56241425 bei der Sparkasse Harburg-Buxtehude (Bankleitzahl 20750000) unter dem Stichwort "Belarus" überwiesen werden.

Am 26. April 1986 explodierte der vierte Block des ukrainischen Atomkraftwerks Tschernobyl. Dabei wurden große Mengen Radioaktivität freigesetzt und über Europa verteilt. Das Unglück gilt als bislang größte Katastrophe in der Geschichte der zivilen Atomenergienutzung. Riesige Landstriche wurden verseucht und blieben gesperrt. Einen genauen Überblick über die Folgen des Unfalls gibt es bis heute nicht.
(epd Niedersachsen-Bremen/b0268/01.02.06)
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