Oldenburger Kirche veröffentlicht Sparkonzept bis 2010

Nachricht 31. Januar 2006

Oldenburg (epd). Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg will sich neu strukturieren und dabei bis 2010 rund 12,5 Millionen Euro streichen. Die vom Kirchenparlament eingesetzte Steuerungsgruppe veröffentlichte am Montag zehn Beschlussvorlagen für die Synodensitzung im kommenden Mai. In fast allen Vorlagen sollen die Kürzungen durch Kooperationen aufgefangen werden. Einzelne Einrichtungen sollen hingegen aufgegeben werden.

Um die Pfarrerinnen und Pfarrer in den 123 oldenburgischen Kirchengemeinden zu entlasten, sollen sie sich künftig auf die Seelsorge und den Gottesdienst konzentrieren. Geschäftsführende Aufgaben sollen den Beschlussvorlagen zufolge von Ehrenamtlichen übernommen werden.
Diese sollen noch stärker als bisher gefördert und qualifiziert werden.

Den Kirchengemeinden sollen nach dem umfangreichen Papier finanzielle Anreize zu Kooperationsprojekten gemacht werden. Wie die Kirchengemeinden sollen auch die elf Kirchenkreise in sechs Kooperationsregionen enger zusammenarbeiten. Zur oldenburgischen Kirche zählen rund 470.000 Gemeindeglieder.

Auch in den landeskirchlichen Arbeitsbereichen soll gestrichen werden. So plant die Steuerungsgruppe beispielsweise den Abbau von 4,5 der derzeit 8,5 Pfarrstellen in der Klinikseelsorge. Bei den hauptamtlichen Mitarbeitern in der Jugendarbeit soll von den bisher 60 Stellen jede dritte gestrichen werden. Ganz aufgeben soll die Kirche ihre Beteiligung an der Lebensberatungsstelle in Oldenburg.

Das kirchenleitende Gremium Oberkirchenrat soll verkleinert werden, hieß es weiter. Hier solle die Stelle eines Theologen wegfallen, so dass künftig neben dem Bischof und einem Juristen nur noch zwei Theologen den Oberkirchenrat bilden.

Als "unverzichtbar" wird in dem Papier ein eigenes Printmedium bezeichnet. Ein Gutachten solle prüfen, ob dies finanzierbar sei und ob Kooperationen mit den anderen niedersächsischen Landeskirchen denkbar seien. Derzeit beteiligt sich die oldenburgische Kirche an der in Hannover erscheinenden "Evangelischen Zeitung". Über deren Zukunft wird die Synode der hannoverschen Landeskirche im Sommer entscheiden. Die Steuerungsgruppe empfiehlt, bis dahin mit einer Entscheidung über ein eigenes Oldenburger Medium zu warten. Eine Beteiligung an der Monatszeitschrift "chrismon plus" sei jedoch keine Alternative.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0248/30.01.06)
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