Urlauberseelsorger kritisieren geplante Kürzungen

Nachricht 26. Januar 2006

Falkenburg/Kr. Oldenburg (epd). Die Urlauberseelsorger an der deutschen Nordseeküste haben die geplante Streichung der Gelder für ihre Arbeit kritisiert. In einer so genannten Modellrechnung der hannoverschen Landeskirche tauchten die Kurseelsorge und die Urlauberarbeit nicht mehr auf, sagte die Vorsitzende des Arbeitskreises Kirche im Tourismus Ostfriesland, Landessuperintendentin Oda-Gebbine Holze-Stäblein, am Donnerstag in Falkenburg dem epd.

"Die betroffenen Kirchenkreise können die Urlauberarbeit nicht alleine finanzieren", erläuterte Holze-Stäblein am Rande der Jahrestagung der Urlauberseelsorger zwischen Ems und Elbe in Falkenburg. Die Pastorinnen und Pastoren forderten nun in einem Antrag an den Finanzausschuss und den Planungsausschuss der Landeskirche, mit der Krankenhausseelsorge gleichgestellt zu werden. Wie in den Kliniken versammle sich auch in den touristischen Zentren eine "Gemeinde am gegebenen Ort", so die Regionalbischöfin.

Die Gäste erwarteten an ihrem Urlaubsort von der Kirche ein attraktives Angebot. "Wir können uns nicht leisten, dies zu ignorieren", so Holze-Stäblein. Doch dazu brauche es Personal und Sachmittel, die nicht im Etat der einzelnen Kirchengemeinden vorgesehen seien. Allein die Insel Juist verzeichne jährlich rund 100.000 Gäste. Selbst wenn nur jeder zweite Urlauber an Kirche interessiert sei, wachse damit die Ortskirchengemeinde von 850 auf fast 5.000 Gemeindeglieder an. Dabei konzentriere sich die Urlaubszeit nicht mehr nur auf den Sommer. "Die Saison dauert das ganze Jahr an."

Die Cuxhavener Superintendentin Almuth von der Recke kündigte an, dass sich die Urlauberpastoren künftig noch intensiver um die älteren Gäste über 55 Jahre kümmern wollen: "Sie sind mobil, fit und haben anspruchsvolle Erwartungen an die Kirche." Hier seien neue Ideen gefragt.
(epd Niedersachsen-Bremen/b0222/26.01.06)
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