Landesbischöfin: Versorgung Schwerstkranker muss besser werden

Nachricht 20. Januar 2006

Hannover (epd). Die Versorgung schwerstkranker Menschen muss nach Auffassung der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann unbedingt verbessert werden. Nur so könne man dem weit verbreiteten Wunsch nach aktiver Sterbehilfe begegnen, sagte Käßmann am Freitag bei einem Festgottesdienst in Hannover. In dem vor einem Jahr vom niedersächsischen Sozialministerium veröffentlichten Palliativ-Gutachten werde deutlich, wie viel noch zu tun sei: "Wir brauchen dringend eine flächendeckende palliative Versorgung, damit Menschen schmerzfrei dem Tod entgegen gehen können", forderte die evangelische Bischöfin.

Notwendig sei eine Kombination von schmerzlindernder palliativer Versorgung, ambulanter und stationärer Hospiz-Betreuung sowie Achtung von Patientenverfügungen. Kranke sollten an der Hand eines Menschen sterben und nicht durch die Hand eines anderen den Tod zu finden, sagte Käßmann weiter. Dies sei ein zentraler Ansatz der diakonischen Arbeit in Krankenhäusern, Altenheimen und in der Hospiz-Bewegung.

Bei der Einführung des neuen Direktors des Diakonischen Werks der hannoverschen Landeskirche, Manfred Schwetje (Rotenburg), wies Käßmann auch auf die vielfältigen Aufgaben der Diakonie hin. Es gebe 582 Kindertagesstätten, 51 Einrichtungen der Jugendhilfe, 146 Alten- und Pflegeheime mit über 13.000 Plätzen sowie 83 Einrichtungen für 12.500 Menschen mit Behinderungen. Rund 40.000 Frauen und Männer seien in der Diakonie beschäftigt, 20.000 engagierten sich ehrenamtlich.
(epd Niedersachsen-Bremen/b0151/20.01.06)
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