Seiters: Verbot der aktiven Sterbehilfe muss bleiben

Nachricht 18. Januar 2006

Hannover (epd). Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters, hat gefordert, die geschäftsmäßige Werbung für aktive Sterbehilfe zu unterbinden. Der Vorstoß der niedersächsischen Justizministerin, Elisabeth Heister-Neumann (CDU), die geschäftsmäßige Vermittlung von Sterbehilfe unter Strafe zu stellen, sei interessant und müsse sorgfältig geprüft werden, sagte Seiters als Schirmherr der Hospiz-Stiftung Niedersachsen am Dienstag in Hannover.

Die Regierungsfraktionen von CDU und FDP wollen den Gesetzentwurf an diesem Mittwoch erstmals beraten. Seiters sagte, dass Organisationen wie der Schweizer Sterbehilfeverein Dignitas Ängste bei der Bevölkerung schürten, aber nichts dazu beitrügen, die Situation von schwerstkranken Menschen zu verbessern. "Ich bin fest davon überzeugt, dass aktive Sterbehilfe der falsche Weg ist", sagte der ehemalige Bundesinnenminister der CDU. Das Tötungstabu dürfe nicht durchbrochen werden.

Seiters rief die Öffentlichkeit dazu auf, die Hospiz-Bewegung mit Spenden zu unterstützen. Hier engagierten sich in erster Linie Menschen auf ehrenamtlicher Basis. Der Staat könne das Ehrenamt zwar nicht bezahlen, es aber fördern. "Ohne Ehrenamt ist kein Staat mit einem menschlichen Gesicht zu machen", sagte Seiters.

Die 2003 gegründete Hospiz-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, eine Million Euro zu sammeln, um aus den Zinsen Projekte zu finanzieren. Vorrangig sollen die mehr als 120 niedersächsischen Hospizgruppen, die Menschen in ihrer letzten Lebensphase betreuen, unterstützt werden. Hinter der Stiftung stehen die evangelisch-lutherischen Landeskirchen Hannover, Oldenburg, Braunschweig und Schaumburg-Lippe, die Evangelisch-reformierte Kirche, die katholischen Bistümer Hildesheim und Osnabrück sowie der Offizialatsbezirk Oldenburg des Bistums Münster.
(epd Niedersachsen-Bremen/b0116/17.01.06)
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