Landesbischöfin hofft trotz Verstimmung auf Ökumene-Fortschritte

Nachricht 17. Januar 2006

Hamm (epd). Trotz Verstimmungen in der evangelisch-katholischen Ökumene hofft die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann auf weitere Fortschritte beim Bemühen um Kircheneinheit. "Uns verbindet mehr als uns trennt", sagte Käßmann in einem vorab veröffentlichten Interview der "Neuen Bildpost" (Hamm). Was sich an Vertrauen zwischen Protestanten und Katholiken in Deutschland entwickelt habe, sei ein "großes Geschenk".

Seit dem Jahr 2000 habe es zwischen katholischer und evangelischer Kirche Verstimmungen gegeben, bilanzierte die lutherische Bischöfin. Belastet habe die ökumenischen Beziehungen das Vatikan-Dokument "Dominus Iesus", in dem der evangelischen Kirche das Kirchesein abgesprochen wurde. Bei der "Einheitsübersetzung", an der sich die evangelische Kirche nicht mehr beteiligt, und bei weiteren Differenzen sei seither "die Haut noch etwas dünner geworden", sagte Käßmann, die auch dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland angehört.

Eine Ökumene im Sinne einer Wiederherstellung der Kircheneinheit wie vor der Reformation sei für die evangelische Kirche nicht vorstellbar, sagte Käßmann, die seit 1999 an der Spitze der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers steht. Wie zu Martin Luthers Zeiten markierten das Papstamt, Kirchen- und Amtsverständnis sowie der Ablass die Trennlinien. Auch sei nicht zu erwarten, dass die evangelische Kirche den Papst als Sprecher der Einheit der Christen akzeptiere, ergänzte die Bischöfin, die dennoch an der Hoffnung auf ein gemeinsames Abendmahl festhält.
(epd Niedersachsen-Bremen/b0107/17.01.06)
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