Studie erforscht reiche Orgellandschaft an der Küste

Nachricht 12. Januar 2006

Stade (epd). Mit einer Studie will der Freiburger Musikwissenschaftler Konrad Küster die weltweit als besonders bedeutsam geltende Orgellandschaft an der Nordseeküste näher untersuchen. Bei dem gut einjährigen Forschungsprojekt gehe es insbesondere um alte Noten aus der Zeit vor 1850, sagte Küster am Mittwoch in Stade. In Lüdingworth bei Cuxhaven ist der 46-jährige Professor für Musikgeschichte nach eigenen Angaben bereits auf die älteste Handschrift protestantischer norddeutscher Orgelmusik gestoßen.

Das achtseitige Fragment stammt laut Küster aus der Zeit vor 1560 und lag im Stahlschrank der örtlichen St.-Jacobi-Gemeinde. Noten wie diese wertet der Experte als Hinweis für eine norddeutsche Orgelkultur, die Komponisten wie Johann Sebastian Bach inspiriert und Orgelbauer wie den berühmten Arp Schnitger hervorgebracht hat. Den Menschen zwischen Ems und Elbe sei das Orgelspiel wichtiger gewesen als anderswo. Das erkläre auch die Existent vieler wertvoller Instrumente, die nicht nur in den großen Städten, sondern auch in Dörfern entstanden seien.

Küster sucht besonders handschriftliche Klavier-, Orgel- und Chorwerke in Familienbesitz, die vor 1850 entstanden sind. Er bittet darum, ihm entsprechende Funde zu melden (Kontakt: 04141/778-385). Der Wissenschaftler konzentriert seine Arbeit auf eine Modellregion am Südufer der Niederelbe. Dort sollen Zusammenhänge zwischen Orgelbau, Orgelmusik und Liturgie ergründet werden, die dann auch weitere Studien im Südwesten und Norden ermöglichen. Unterstützt wird das Projekt von der Orgelakademie und dem Landschaftsverband in Stade
(Internet:
www.orgelakademie.de und www.landschaftsverband-stade.de).
(epd Niedersachsen-Bremen/b0046/11.01.06)
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