Landesbischöfin ruft Christen zu Zuversicht im neuen Jahr auf

Nachricht 31. Dezember 2005

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat Christinnen und Christen zu Zuversicht im neuen Jahr aufgerufen. "Nichts ist schlimmer als eine deprimierte Kirche", sagte sie am Sonnabend im Hörfunk von NDR1 Niedersachsen. Sie wünsche sich, dass die Kirchengemeinden trotz finanzieller Einschnitte immer wieder spürten, dass das Evangelium eine frohe Botschaft sei: "Wir glauben nicht an einen Toten, sondern an den Auferstandenen", sagte die evangelische Theologin.

Das schönste Erlebnis sei für sie als Bischöfin im vergangenen Jahr der Kirchentag in Hannover mit rund 370.000 Menschen allein am Eröffnungsabend gewesen. Auch die Wiedereinweihung der Dresdner Frauenkirche habe sie sehr berührt: "Das ist für den Protestantismus in unserem Land schon etwas Besonderes."

Große Betroffenheit habe sie beim Erdbeben in Pakistan gespürt. Dabei seien ebenso viele Menschen ums Leben gekommen wie beim Tsunami, aber die öffentliche Aufmerksamkeit sei viel geringer gewesen. Jetzt hockten die Menschen mit Angst vor dem Winter und ohne ausreichende Versorgung in der Kälte, sagte Käßmann.

Ein wichtiges Ereignis für die hannoversche Landeskirche im kommenden Jahr sei die Kirchenvorstandswahl im März. Etwa 2,6 Millionen evangelische Christen seien aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Bischöfin sagte, sie hoffe auf eine gute Wahlbeteiligung und engagierte Kandidatinnen und Kandidaten.

Bei allen Herausforderungen für 2006 gelte die Zusage Gottes, dass er die Menschen begleiten werde. Dies bringe auch die biblische Jahreslosung zu Ausdruck, die im Alten Testament bei Josua im ersten Kapitel stehe: "Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht." Mit solchem Gottvertrauen im Gepäck könne sich jeder gut auf die Herausforderungen des neuen Jahres einstellen, sagte die Bischöfin.
(epd Niedersachsen-Bremen/b4062/30.12.05)

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