Kirchen suchen Einfluss auf Sozialpolitik in Hannover

Nachricht 28. Dezember 2005

Wolfenbüttel (epd). Die fünf evangelischen Kirchen in Niedersachsen wollen die Sozialpolitik des Landes stärker beeinflussen. Der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber sagte am Dienstag im epd-Gespräch, die Kontakte zu den Ministerien in Hannover sollten ausgebaut werden, zumal die Bezirksregierungen aufgelöst und als Ansprechpartner weggefallen seien. Weber übernimmt am 1. Januar turnusmäßig für drei Jahre den Ratsvorsitz der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen.

Der Bischof wies auf die Auswirkungen der Sozialgesetzgebung auf kirchliche Kindertagesstätten oder Pflegeheime hin. Er sei auch "sehr der Meinung", dass sich die Diakonischen Werke in Niedersachsen zusammenschließen sollten. Weber kündigte an, dass die Konföderation auf die Einhaltung des Feiertagsschutzes und auf die Erteilung des schulischen Religionsunterrichtes achten werde.

Innerkirchlich erwartet der neue Ratsvorsitzende eine stärkere Kooperation der Landeskirchen in der Aus- und Fortbildung der Pfarrer und der kirchlichen Mitarbeiter. Die Konföderation sollte zwar inhaltlich gestärkt werden, müsse aber ihre schlanken Strukturen behalten. Einen Zusammenschluss der fünf Mitgliedskirchen zu einer evangelischen Kirche in Niedersachsen schloss Weber aus.

Die lutherischen Landeskirchen Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Schaumburg-Lippe sowie die Evangelisch-reformierte Kirche, die ihren Sitz in Leer hat, hatten 1971 die Konföderation in Hannover gegründet. Sie hat vor allem die Aufgabe, gemeinsame Interessen gegenüber dem Land Niedersachsen wahrzunehmen. Weber übernimmt das Amt des Vorsitzenden des Rates der Konföderation vom Oldenburger Bischof Peter Krug. (epd Niedersachsen-Bremen/b4059/27.12.05)
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