Präsident des Landeskirchenamtes sieht kulturelle Wende zugunsten der Kirche

Nachricht 23. Dezember 2005

Hannover (epd). Der Präsident des Landeskirchenamtes in Hannover, Eckhart von Vietinghoff, beobachtet eine Wende des kulturellen Klimas zugunsten der Kirchen. "Die Aufgeschlossenheit für Glauben und Kirche nimmt zu, noch diskret, aber spürbar", schreibt er in der evangelischen Mitarbeiterzeitschrift "Dialog", die Mitte Dezember in Hannover erschienen ist. Das Ansehen der Kirche und die Erwartungen an sie stiegen. Innerhalb der Kirche gebe es trotz finanzieller Engpässe viele Zeichen des Aufbruchs. Dies mache Mut für die Zukunft.

Umfragen belegten, dass evangelische Christen nachweisbar ein ausgeprägteres gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein und weniger Zukunftssorgen hätten, schreibt Vietinghoff. Die oft stille, aber dauerhaft und verlässlich geleistete Arbeit in der Kirche habe eine Vertrauensgrundlage geschaffen, wie sie keine andere Institution im Land besitze. Der Kirchentag im Mai 2005 in Hannover habe dies in die ganze Gesellschaft hinein getragen.

Gleichwohl müssten in den kommenden vier Jahren die Ausgaben der hannoverschen Landeskirche um 15 Prozent abgebaut werden. Weil 100 Deutsche im statistischen Durchschnitt nur noch 39 Enkel hätten, benötige die Kirche in Zukunft auch weniger Gebäude. Vor allem müssten die Kirchengebäude erhalten werden, erklärte der Präsident. Für die Zukunft brauche die Kirche eine zeitgemäße Sprache und menschennahe Arbeitsformen. Angesichts der religiösen und ethnischen Vielfalt verstehe sich ihre gesellschaftliche Stellung nicht von selbst.

Vietinghoff wies darauf hin, dass die Kirche anders als der Staat ohne Schuldenlast in die Zukunft gehe. Auch habe die Kirche schon vor Jahrzehnten leistungsfähige Pensionskassen aufgebaut, damit der nächsten Generation nicht durch ungedeckte Alterslasten eine unzumutbare Hypothek auferlegt werde.
(epd Niedersachsen-Bremen/b4036/22.12.05)
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