Auf einen Blick (16.12.)

Nachricht 16. Dezember 2005

Krankenhäuser erwarten mehr Geld vom Patienten
Braunschweig/Rotenburg (epd). Die finanziellen Rahmenbedingungen für die Krankenhäuser müssen nach Auffassung der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft dringend verbessert werden. In einem am Freitag veröffentlichten Informationsbrief des Marienstiftes in Braunschweig hält der Vorsitzende der Gesellschaft, Michael Schwekendiek, unter anderem eine höhere Eigenbeteiligung der Patienten für unausweichlich.
Außerdem vertritt er die Auffassung, die Tarifgehälter des öffentlichen Dienstes und der Diakonie seien zu hoch.

Schwekendiek ist evangelischer Pastor und Mitglied der Geschäftsführung der Diakoniekrankenhaus Rotenburg (Wümme) gGmbH. Der Wettbewerb tue den evangelischen Krankenhäusern und den Patienten gut, schreibt Schwekendiek. Der Bürger müse überlegen, was ihm die Gesundheit wert sei. Das zurzeit verfügbare Geld reiche nicht, erst recht nicht für die Zukunft. Auf die Dauer werde das derzeitige Versicherungssystem durch höhere Eigenbeteiligung, ein "Kasko-System" und besondere Risikoversicherungen ergänzt werden müssen.

Unzufrieden äußert sich der Vorsitzende der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft auch über die neuen Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie, die als "AVR-modern" bezeichnet werden, und über den neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Beide seien keine zukunftsweisenden Modelle. Die privaten Krankenhausträger machten es
vor: Ihre Tarife seien im Durchschnitt mindestens zehn Prozent niedriger. "Da müssen wir hin", fordert Schwekendiek. Ein bisher von vornherein gezahltes 13. Monatsgehalt müsse einer Erfolgsbeteiligung weichen.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3984/16.12.05)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++

Glaubensreise im Münster Einbeck
Einbeck (epd). Eine "Reise ins Land des Glaubens" unter der Leitung von Landessuperintendent Burghard Krause beginnt im Januar in der evangelischen Münstergemeinde in Einbeck. An acht Abenden und in einem Abschlussgottesdienst geht es um Entdeckungen, Fragen und Anregungen rund um den Glauben, heißt es in einer Mitteilung.

Das Angebot richtet sich vor allem an Menschen, "denen vieles am Glauben bislang fremd geblieben ist, die mit der Frage nach Gott noch nicht fertig sind und die ihr Verhältnis zum Glauben neu überdenken möchten". Teilnehmen können auch Interessierte anderer Gemeinden und Konfessionen. - Nähere Informationen gibt es telefonisch bei den Gemeindepastoren (05561/6869 und 05561/5762). (epd
Niedersachsen-Bremen/b3975/16.12.05)
+++

Diakonisches Werk nimmt 400. Mitglied auf
Hannover/Hildesheim (epd). Das Diakonische Werk der hannoverschen Landeskirche hat sein 400. Mitglied aufgenommen. Im Dezember trat das
Alten- und Pflegeheim Michaelis in Hildesheim dem evangelischen Wohlfahrtsverband bei, teilte die Diakonie am Freitag in Hannover mit. Es verfügt über 66 Plätze und 43 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für Demenzkranke bietet es mit dem Projekt "Beschütztes Wohnen" eine qualifizierte Betreuung an.

Bislang wurde das nahe der St. Michaeliskirche gelegene Heim von der evangelischen Michaelis-Kirchengemeinde betreut. Neuer Träger ist eine gemeinnützige GmbH, die vom Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt gebildet wurde. Seit 1992 ist die Zahl der Mitglieder im Diakonischen Werk der Landeskirche den Angaben zufolge vom 332 auf 400 gestiegen. Damit sei die Diakonie einer der größten Wohlfahrtsverbände in Niedersachsen.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3978/16.12.05)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++

Diakonie plant Gründung einer Fachhochschule in Bielefeld
Berlin/Bielefeld, den 16.12.2005. In Berlin stellten heute der Präsident des
Diakonischen Werkes der EKD, Dr. h.c. Jürgen Gohde und Dr. Hanns-Stephan Haas, Direktor der Diakonischen Akademie Berlin Pläne zur Gründung einer Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld vor. Diese soll berufsbegleitend drei sechssemestrige Studiengänge mit hoher Praxisnähe anbieten und sich vorwiegend an Mitarbeitende mit Fachschulabschluss richten. Die Fachhochschule, die ihren Studienbetrieb bereits im Herbst kommenden Jahres aufnehmen soll, wird zu besonderen Fach- und Führungsaufgaben in Kirche und Diakonie qualifizieren.

"Wir wollen mit der Gründung dieser Fachhochschule die Qualifikation der Mitarbeiterschaft in der Diakonie nach europäischen Standards auf bundeseinheitlichem Niveau sicherstellen", so Jürgen Gohde in Berlin. "Eine Orientierung an christlichen Werten und evangelischer Ethik wird die Studienangebote auszeichnen", fügte er an. Für die Diakonie hätten "Bildung und Ausbildung und sozialer Bedarf immer unmittelbar zusammengehört".

Träger der privaten Fachhochschule ist eine gemeinnützige GmbH, an der neben den ev. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel/Bielefeld als Hauptgesellschafter das Diakonische Werk der EKD, das evangelische Johanneswerk Bielefeld und weitere diakonische Träger beteiligt sind.

Der Gründungsrektor der Fachhochschule, Professor Hanns-Stephan Haas verwies darauf, dass es hier erstmalig parallel drei grundständige Studiengänge geben werde. Diese sind "Management im Sozial- und Gesundheitswesen", "Mentoring im Sozial- und Gesundheitswesen" sowie die Ausbildung zum Diakon, zur Diakonin.Grundgedanke dahinter sei, so Haas, "dass die Verschiebung in der Fachkraftsquote auch zu veränderten Anforderungen an die Ausbildung führen.Weniger gut qualifizierte Mitarbeitende werden immer mehr angelernte Kräfte anleiten. Dem tragen die neuen Studiengänge Rechnung."

Der Vorstandsvorsitzende des ev. Johanneswerks, Bielefeld, Pfarrer Dr. Udo Krolzik und Pfarrer Bernward Wolf, Vorstand der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, Bielefeld hoben hervor, dass künftig "erstmalig und historisch einmalig eine zentrale Ausbildung in Deutschland angeboten werde", wobei eine "Ausbildungssituation mit hoher Durchlässigkeit" und "qualifizierter Umsetzung und Vermittlung diakonischen Selbstverständnisses" geschaffen werde.