Die Sorge um Susanne Osthoff vor Gott bringen

Nachricht 08. Dezember 2005

Die Sorge um Susanne Osthoff vor Gott bringen
Kirchengemeinden sollen für Entführte beten

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, bittet die Kirchengemeinden in Deutschland, in den Gottesdiensten am kommenden Sonntag, 3. Advent, für die im Irak entführte Susanne Osthoff, ihren Fahrer und die weiteren Entführten in den Krisengebieten zu beten. Die Fürbitte im sonntäglichen Gottesdienst ist der Ort, wo auch gemeinsame Sorgen und Ängste im Gegenüber zu Gott ausgesprochen werden können. In der vorgeschlagenen Gebetsbitte wird noch einmal deutlich, dass mit der Entführung die dem Menschen von Gott geschenkte Freiheit und Würde verletzt wird. Dies haben verschiedene leitende Geistliche der evangelischen Kirche in den Tagen, seit Susanne Osthoff und ihr Fahrer entführt worden sind, immer wieder deutlich gemacht.

Das Kirchenamt der EKD bietet für die Gebetsbitte als Formulierungshilfe an:

Wir rufen zu dir, Gott, Schöpfer allen Lebens, der du Freiheit und Würde schenkst.

Wir bitten dich für alle Menschen, denen Freiheit und Würde genommen sind. In diesen Tagen nehmen wir in besonderer Weise Anteil an dem Schicksal der entführten Deutschen Susanne Osthoff. Für sie und ihren Begleiter und für alle ihrer Freiheit beraubten Menschen im Irak und anderswo bitten dich wir um Trost und Segen, Unversehrtheit ihres Lebens und unverzügliche Befreiung. Wir gedenken vor dir auch des Kummers der Angehörigen und Freunde, die deine Ermutigung und Zuversicht brauchen.
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Barmherzigkeit mit Füßen getreten

Ratsvorsitzender hofft auf Freilassung von Susanne Osthoff

Die Entführer von Susanne Osthoff stellten sich in zynischer Weise gegen alle geschriebenen und ungeschriebenen Übereinkünfte, die Menschen weltweit für ein gelingendes Zusammenleben respektierten, erklärte der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber. „Wer eine Frau als Geisel nimmt, die sich für die Verbesserung der Lebenssituation von Armen und Benachteiligten einsetzt, so wie Frau Osthoff das tut, verletzt nicht nur die dem Menschen von Gott verliehene Würde, er tritt auch die Barmherzigkeit mit Füßen.“ Der Ratsvorsitzende hofft, dass die entführte Deutsche und ihr Fahrer unverzüglich und unversehrt frei kommen. Die Solidarität der evangelischen Christen in Deutschland gelte den beiden Menschen und all denen, die versuchen mit den Entführten und ihren Entführern in Kontakt zu kommen.

Der Ratsvorsitzende würdigte ausdrücklich das Engagement der muslimischen Verbände in Deutschland, insbesondere des Vorsitzenden des Zentralrates der Muslime, Nadeem Elyas, in seinem Bemühen um eine rasche Freilassung der Geisel. Ähnliches Engagement hatte nach Ansicht von Experten bei Entführungen von Franzosen und Italienern positive Wirkung. „Wir versichern den islamischen Gruppen und Gemeinden unserer vollen Unterstützung“, erklärte Wolfgang Huber.


Pressestelle der EKD
Christof Vetter / Silke Fauzi