Vizepräsident: Landeskirche setzt auf Kooperationen

Nachricht 07. Dezember 2005

Hannover (epd). Die hannoversche Landeskirche will künftig stärker auf Kooperationen setzen. Es sollten sich noch mehr Kirchengemeinden zusammenschließen und Synergie-Effekte nutzen, sagte der Geistliche Vizepräsident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Martin Schindehütte, am Mittwoch am Rande des evangelischen Stadtkirchentags in Hannover. Von der Kinder- und Jugendarbeit über einen gemeinsamen Haushalt bis zu einem gemeinsamen Kirchenvorstand sei vieles vorstellbar.

Außerdem sollte die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen neu definiert werden. Es sei wichtig, ehrenamtliche Mitarbeiter zu gewinnen und ihnen mehr eigenverantwortliche Entscheidungen zu überlassen. So müsse nicht unbedingt ein Pastor die Verantwortung für eine Kindertagesstätte tragen, sagte Schindehütte.

In der Vergangenheit seien viele Leitungsaufgaben an Hauptamtliche delegiert worden. Dadurch habe die Kirche aber auch kompetente Freiwillige verloren, sagte Schindehütte. Viele qualifizierte Gemeindemitglieder hätten sich aus der Mitarbeit zurückgezogen. Sie sollten jetzt entsprechend ihren beruflichen und persönlichen Fähigkeiten wieder an verantwortlichen Stellen eingesetzt werden.
Dies könne im Gottesdienst geschehen, aber auch in der Verwaltung, dem Gebäudemanagement oder bei der Leitung von Ausschüssen.

Der Stadtkirchentag vertritt mehr als 230.000 evangelische Christen und Christinnen aus 72 Gemeinden in Hannover, Garbsen und Seelze.
Nach Angaben des Landeskirchenamtes planen zurzeit etwa ein gutes Dutzend der Kirchengemeinden im Stadtkirchenverband, Kooperationen miteinander einzugehen.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3891/07.12.05)
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