Kirchen: Suppenküche als Überlebenshilfe immer wichtiger

Nachricht 06. Dezember 2005

Hannover (epd). Die winterliche "Suppenküche" in Hannover wird nach den Erfahrungen der Kirchen immer wichtiger als Überlebenshilfe.
"Angesichts von fast 100 Besuchern täglich kann niemand mehr sagen, dass es in der Stadt keine Armut gibt", sagte Diakoniepastor Walter Lampe am Dienstag bei der Eröffnung. Zum 17. Mal hat die "Ökumenische Essensausgabe" in der katholischen St.-Clemens-Propstei begonnen, die bis zum 17. März andauert.

Die Armut hat laut Lampe zugenommen, seit die neuen Hartz-IV-Regelungen viele Menschen überfordern. Knapp ein Drittel der Besucher seien nicht wohnungslos, aber dennoch spätestens gegen Monatsende ohne Geld. Die Sozialpädagogin Ulla Neubacher berichtete von "großem Chaos" bei vielen Betroffenen, auch durch die neuen Gesundheitsgesetze mit ihren Zuzahlungsregelungen. Lampe forderte politische Konsequenzen mit dem Ziel "Gerechtigkeit statt Almosen".

Die Essensausgabe wird getragen vom Diakonischen Werk Hannover, der katholischen Propsteigemeinde, der evangelisch-reformierten Gemeinde und dem Friederikenstift, das für das Essen sorgt. Freiwillige Helfer, Zivildienstleistende und eine Ein-Euro-Kraft geben das Essen montags bis sonnabends von 11 bis 13 Uhr aus. Sozialarbeiter beraten die Besucher und machen sie auf die anderen Hilfeangebote in der Stadt aufmerksam.

Im vergangenen Winter waren mehr als 8.000 Mahlzeiten ausgegeben worden. Knapp ein Drittel der Besucher waren Frauen. Die Kosten der Aktion, rund 20.000 Euro, werden aus Spenden getragen. Der katholische Prost Klaus Funke und der reformierte Pastor Sven Kramer berichteten von großer Bereitschaft zu Spenden und Mitarbeit.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3871/06.12.05)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen