Landeskirche beschließt Einsparungen von 81,5 Millionen

Nachricht 23. November 2005

Hannover (epd). Die hannoversche Landeskirche hat die größten Einsparungen ihrer Geschichte beschlossen. Ihre Synode, das Kirchenparlament, verabschiedete am Mittwoch ein Sparpaket von 81,5 Millionen Euro. Danach sollen in der mit mehr als drei Millionen Mitgliedern größten deutschen evangelischen Landeskirche bis 2010 in allen Arbeitszweigen die Zuschüsse um durchschnittlich 15 Prozent sinken. Einzelne Einrichtungen sollen ganz aufgegeben werden. 2010 will die Landeskirche erstmals seit Jahren wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen.

"Unsere Kirche behält Profil und bleibt handlungsfähig trotz deutlich geringerer finanzieller Mittel", sagte Landesbischöfin Margot Käßmann auf Anfrage in einer ersten Reaktion: "Es wird an einigen Stellen weh tun. Wichtig ist aber, dass wir der kommenden Generation in der Kirche keine Schulden hinterlassen." Die Kirche müsse alles tun, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.

Ein Perspektiv-Ausschuss hatte der Synode umfangreiche Sparvorschläge vorgelegt, denen das Kirchenparlament mit nur wenigen Änderungen folgte. So sollen Bildungseinrichtungen wie die Evangelischen Heimvolkshochschulen oder die Evangelische Fachhochschule Hannover in die Selbstständigkeit entlassen oder in andere Trägerschaften überführt werden. Für Kindergärten und Diakonie-Stationen sind deutlich reduzierte Mittel vorgesehen. Das Lutherheim Springe und ein Studienhaus in Göttingen sollen aufgegeben werden.

Für die evangelische Printpublizistik änderte der Perspektiv-Ausschuss seine Empfehlung. Vorsitzender Rolf Bade sprach sich nach einer Debatte am Vorabend für ein zentrales Printmedium in der Landeskirche aus. Ein Konzept dafür solle bis zum Sommer 2006 entwickelt werden. Der Ausschuss hatte ursprünglich empfohlen, die in Hannover erscheinende "Evangelische Zeitung" ersatzlos einzustellen. Für die Printpublizistik in der Landeskirche wird künftig aber deutlich weniger Geld zur Verfügung stehen.

Bade rief das Kirchenparlament zum konsequenten Sparen auf: "Es gibt keinen anderen Weg als den der strukturellen Veränderungen und harten Einsparungen." Der Gesamtausschuss der Mitarbeitervertretungen forderte in einem schriftlichen Appell an die Synode, der Strukturwandel müsse sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen geschehen.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3756/23.11.05)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

Berichterstattung von der Synode: www.Landeskirche-Hannover.de/synode