Vor der Synode (erg. 22.11.):

Nachricht 22. November 2005

Berichterstattung von der Synode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers ab 22.11. nachmittags: www.evlka.de/synode

Immer weniger Pastoren in hannoverscher Landeskirche
Hannover (epd). Die hannoversche Landeskirche hat die Zahl ihrer Pastorinnen und Pastoren in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 100 verringert. Ende 2004 waren in der mit 3,1 Millionen Mitgliedern größten deutschen evangelischen Landeskirche 2.007 Pastoren im Dienst, unter ihnen 1.435 Männer und 572 Frauen, erläuterte der Uelzener Propst Wolf von Nordheim am Dienstag in Hannover zum Auftakt der dreitägigen Landessynode. 435 von ihnen arbeiteten in Teilzeit. Im Jahr 2000 gab es insgesamt noch 2.118 Pastoren.

Von Nordheim ist Vorsitzender des Landessynodalausschusses, der das Kirchenparlament zwischen seinen Tagungen vertritt. Der Vizepräsident des Landeskirchenamtes, Rolf Krämer, führte die Zahlen auf epd-Anfrage auf den Personalabbau der Landeskirche zurück: "Wir haben ganz massive Personalkosten, von denen wir langsam herunter müssen." Dies treffe auch die Pastoren. Es komme diesem Trend entgegen, dass auch die Zahl der Theologiestudenten rückläufig sei.

Bei ihrer Herbsttagung berät die Landessynode bis zum Donnerstag unter anderem über die tiefgreifendsten Einsparungen in der Geschichte der Landeskirche. Bis 2010 sollen in allen Bereichen der kirchlichen Arbeit weitere 81,5 Millionen Euro gekürzt werden. Die Zuschüsse sinken um durchschnittlich 15 Prozent. Für das laufende Haushaltsjahr sind Ausgaben von 488,2 Millionen Euro und ein Defizit von 49,9 Millionen eingeplant, das aus Rücklagen gedeckt werden soll. (epd
Niedersachsen-Bremen/b3723/22.11.05)
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Holze-Stäblein setzt sich für Erhalt von Potshausen ein
Potshausen/Kr. Leer (epd). Die ostfriesische Landessuperintendentin Oda-Gebbine Holze-Stäblein will sich weiter für den Erhalt der Ostfriesischen Evangelischen Landvolkshochschule Potshausen (LVHS) einsetzen. Trotz der Finanzkrise der hannoverschen Landeskirche werde alles versucht, die Bildungseinrichtung weiter zu führen, sagte sie am Montag in Potshausen in einem Festgottesdienst zum 50. Jubiläum der LVHS. "Ich hoffe und gehe davon aus, dass Potshausen überleben wird."

Das gelte vor allem für die Schulkurse, betonte die Regionalbischöfin. An ihnen zeige sich in besonderer Weise das evangelische Profil und der christliche Geist von Potshausen, Seit Mitte der 70er Jahre haben in der LVHS 2.332 Jugendliche ihren Schulabschluss nachgeholt. "Zu viele junge Menschen fallen durch die Maschen dieser Gesellschaft", so Holze-Stäblein. "Wenn wir die Lichter nicht weiter brennen lassen, dann wird es finster für sie."

Holze-Stäblein dankte allen, die für die LVHS kämpfen. Es gebe keinen Grund, einer "Totengräber-Stimung" das Wort zu reden. Potshausen habe, wie viele andere Einrichtungen der Landeskirche auch, eine Krise zu meistern. Menschen und Institutionen gerieten nun einmal in Krisen und meisterten sie. "Wer sich selbst aber heute schon totsagt, der hat auch heute schon verloren", sagte die Landessuperintendentin.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3713/21.11.05)
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Wirtschaft fürchtet um Elbe-Weser-Bildungszentrum - Hannoversche Synode berät auch über Zuschüsse für Bad Bederkesa

Von Dieter Sell (epd)

Bad Bederkesa (epd). Wenn es um das Evangelische Bildungszentrum in Bad Bederkesa geht, kommt aus Kommunen und der Wirtschaft zwischen Elbe und Weser viel Lob. Das Haus sei unverzichtbar und ein geschätzter Kooperationspartner, sagt allen voran der Präsident der
Industrie- und Handelskammer Stade, Hans Peter Kolzen. Nun steht die Zukunft der Einrichtung zur Diskussion. Die Synodalen der hannoverschen Landeskirche entscheiden im Zusammenhang mit Etatkürzungen auch über die Zuschüsse für die kirchlichen Heimvolkshochschulen.

Die Landessynode wird bei ihrer Tagung vom 22. bis 24. November in Hannover über Vorschläge beraten, wie der Haushalt bis 2010 um mehr als 80 Millionen Euro heruntergefahren werden kann. Ein Perspektivausschuss hatte der mit 3,1 Millionen Mitgliedern größten deutschen Landeskirche empfohlen, ihre Ausgaben um durchschnittlich 15 Prozent zu kürzen und einzelne Einrichtungen zu schließen. Die zusammen mit Bad Bederkesa fünf Heimvolkshochschulen sollen in die Selbstständigkeit entlassen und der jährliche Zuschuss von 500.000 Euro in den nächsten fünf Jahren schrittweise bis auf Null gestrichen werden.

Das evangelische Bildungszentrum in Bad Bederkesa leiste einen bedeutenden Beitrag für die wirtschaftliche Entwicklung und die berufliche Qualifikation im Elbe-Weser-Raum, betont Kolzen. In einem dünn besiedelten Gebiet bringe es die Menschen zusammen und biete eine Plattform für Gespräche. Mit 7.000 Gästen und einer Auslastung von fast 90 Prozent sei das Haus erfolgreich und verdiene Unterstützung, heißt es.

Die hannoversche Kirche mit ihren großflächigen Strukturen brauche regionale Zentren wie Bederkesa, macht sich auch der Stader Landessuperintendent Manfred Horch für die Einrichtung stark. Nach der zu erwartenden Schließung des katholischen Niels-Stensen-Hauses und dem Aus für die Evangelische Akademie in Hamburg sei das Haus künftig die einzige Bildungsstätte in einem Gebiet, das etwa ein Viertel Niedersachsens umfasse.

Eine Schwächung oder ein Wegfall trifft nach Einschätzung von horch, der auch Kuratoriums-Vorsitzender des Bildungszentrums ist, vor allem die Ehrenamtlichen in der Kirche. Ihnen fehlten dann wichtige Impulse für die Aus- und Fortbildung. Ziehe sich die Kirche aus der Finanzierung zurück, folge bald auch das Land Niedersachsen, fürchtet Hans-Jürgen Lange, Vorsitzender des pädagogischen Beirates des Bildungszentrums in Bad Bederkesa. Weil die katholische Kirche ähnlich verfahre, zeichne sich damit das Ende der kirchlichen Erwachsenenbildung ab.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3708/21.11.05)
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