Auf einen Blick (21.11.)

Nachricht 21. November 2005

Kirchlicher Fundraising-Preis wird erstmalig vergeben
Das Planetarium in Wolfsburg ist am 28. November der Schauplatz für eine besondere Sternenschau. Eingeladen sind die Bewerber um den 1. Fundraising-Preis der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. 42 Kirchengemeinden, Stiftungen und Vereine haben ihre Projekte eingereicht.

Gefragt waren kreative Ideen, die kirchliche oder diakonische Arbeit bekannt machen. Einzige Vorgabe der Landeskirche war, erfolgreich Ehrenamtliche oder Spendenmittel anzusprechen. Der Weg dorthin war den Bewerbern überlassen.

So reicht die Spannweite von Aktien für Dachpfannen, bemalten T-Shirts, klassischen Spendenbriefen bis hin zur Bitte um Lebensmittel für eine Kinder-Tafel.
„Allein die Beschreibung aller Projekte füllt acht Aktenordner“, so Paul Dalby, Leiter des Fundraisings im Landeskirchenamt Hannover. „Diese Resonanz zeigt, dass Menschen sich von guten Ideen begeistern lassen. Sie geben gern Zeit und Geld, wenn der Zweck stimmt.“

Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann wird die Laudatio halten und die Preise übergeben. In der Jury waren neben Vertretern von Synode und Landeskirchenamt Angelika Berger, Stadtmission Berlin, und Lothar Schulz von der Fundraising Akademie Frankfurt: „Im Fundraising ist die ernst gemeinte Beziehung zum Spender das wichtigste. Deshalb nenne ich es Freundschaftsarbeit. Wer seine Freundschaften pflegt, findet immer Helfer für den guten Zweck.“
Der Fundraising-Preis wurde ausgeschrieben, um das professionelle Einwerben von Spenden- und Stiftungsmitteln zu unterstützen, die zunehmend neben die Kirchensteuern treten, um die kirchliche Arbeit vor Ort zu sichern.

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers bietet seit drei Jahren ihren ehrenamtlichen und den hauptberuflich Mitarbeitenden Fortbildungen im Fundraising an. Der erste Kurs in der berufsbegleitenden Ausbildung zum kirchlichen Fundraiser wurde Anfang November mit 18 Teilnehmern in Hannover erfolgreich abgeschlossen.

Kontakt:
Pastor Paul Dalby, Fundraisingbeauftragter der Landeskirche,
Tel.: 0511-1241-780
paul.dalby@evlka.de
Hannover, den 21. November 2005
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Adventskalender auf Kinderseite www.kirche-entdecken.de
Päckchen für Päckchen nach Bethlehem

Ab 1. Dezember 2005 wird auf www.kirche-entdecken.de ausgepackt. Dann startet der interaktive Adventskalender, der Kinder in die Zeit Jesu zurückversetzt. Jeden Tag bis zum 25. Dezember – der Ankunft der Weisen aus dem Morgenland – gibt es neue Geschichten rund um die Geburt Jesu und das Leben in dieser Zeit.

Jedes Kind weiß, dass Weihnachten als Fest nicht wegzudenken ist, schon allein wegen der Geschenke. Aber kennt jedes Kind angesichts der Invasion von Weihnachtsmännern auch den Ursprung dieses Festes? Laut einer Umfrage von „iconkids & youth“ von 2004 wissen knapp 40 Prozent der 700 befragten Kinder nicht, warum Weihnachten gefeiert wird, allein im Osten Deutschlands waren es 54 Prozent.

Der virtuelle Adventskalender auf kirche-entdecken.de will dem etwas entgegensetzen und Kinder an die Wurzeln des Weihnachtsfestes erinnern – spielerisch und mit den interaktiven Möglichkeiten des Internets. Im Mittelpunkt steht die Weihnachtsgeschichte nach Lukas. Daneben ist Raum für Interessantes und Wissenswertes aus der Zeit Jesu. So erfahren die Kinder etwas über das Leben der Menschen damals, über die römische Besatzungsmacht und auch, warum der Stern von Bethlehem besonders hell erstrahlte.

Die Kirchenelster von kirche-entdecken begleitet die Kinder nach Nazareth. Dort klicken sie jeden Tag ein neues Päckchen auf. Dessen Inhalt gibt den Hinweis auf die richtige Stelle im Kalender, dann wird die jeweilige Tagesgeschichte in Text und Ton präsentiert. Für „Nachzügler“ wurden die Aufgaben der zurückliegenden Tage bereits gelöst. So können sie jederzeit in den Kalender einsteigen.

www.kirche-entdecken.de ist das erste Internet-Angebot der evangelischen Kirchen für Kinder im Grundschulalter. Es wurde im Mai 2005 auf dem Kirchentag in Hannover gestartet. Kinder lernen hier spielerisch den Kirchenraum als Erlebnisraum kennen. Kreativität und Medienkompetenz werden gefördert, Wissen über den christlichen Glauben wird spielerisch vermittelt: Die Kinder können Geschichten aus der Bibel lesen oder hören, Wissenswertes über das Kirchenjahr und über andere Religionen erfahren, ein Bibelquiz lösen und vieles mehr.

Entwickelt und betreut wird www.kirche-entdecken.de von einer Projektgruppe aus Theologen und Medienwissenschaftlern, zu der Johanna Haberer (Universität Erlangen-Nürnberg), Johannes Neukirch (Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers), Roland Rosenstock (Universität Greifswald), Marius Strecker (Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern) und Uli Geißler (Amt für Jugendarbeit Nürnberg) gehören. Gefördert wird das Projekt vom Medienfonds der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und realisiert von der Agentur Kerygma (Köln).

Hannover, 21. November 2005
Pressestelle der EKD
Silke Fauzi
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Pfarrerskinder vom Sportler bis zum Banker in einem Buch
Hannover (epd). Elf Pfarrerskinder, vom Sportler über einen früheren Bundespräsidenten bis zum Bankier, haben mit der Journalistin Anja Würzberg über ihre Herkunft gesprochen. Die Interviews sind jetzt in dem Buch "Ich: Pfarrerskind" im Lutherischen Verlagshaus in Hannover erschienen. Das Vorwort hat die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann geschrieben, deren Tochter Sarah sich ebenfalls hat interviewen lassen.

"Vom Leben in der heiligen Familienfirma", so der Untertitel des Buches, zeigten sich alle Gesprächspartner geprägt und haben unterschiedlich darauf reagiert. "Bruder Johannes" Rau, Bundespräsident von 1999 bis 2004, hatte eine starke Bindung an seinen Vater, einen Prediger und Evangelisten. Bei Hans W. Geißendörfer, Produzent der Fernsehserie "Lindenstraße", sind seine Erfahrungen in einem Pfarrwitwenhaus in seine Arbeit eingeflossen.

Die Schriftstellerin Gabriele Wohmann, der Schauspieler Peter Lohmeyer und der Basketball-Star Henning Harnisch gehören zu den Interviewten. Martin Kohlhaussen, Aufsichtsrats-Vorsitzender der Commerzbank, registriert mit Bedauern die Distanz der Kirche zu seinem Berufsfeld. Eckhart von Vietinghoff, als Jurist Präsident des Landeskirchenamtes Hannover, steht in der doppelten Tradition einer alten Familie und eines Pfarrhauses, trotz materieller Nöte geprägt von Kultur und Bildung.

Anja Würzberg, selbst Kind einer Pastorin und eines Pastors, berichtet wie manche ihrer Gesprächspartner von einer "Überdosis christlicher Sozialisation", die zunächst in eine Distanz zur Kirche führen könne. Ihrer Erfahrung nach erkennen Pfarrerskinder einander häufig, "als ob es ein geheimes Zeichen gibt". Im Anhang sind 28 historische Pfarrerskinder beschrieben, von Goethes Liebe Friederike Brion über den Maler Vincent van Gogh bis zu der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin (Anja Würzberg, "Ich: Pfarrerskind", LVH, 19,90 Euro).
(epd Niedersachsen-Bremen/b3624/21.11.05)
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