Kirchen und Gewerkschaft gegen Ladenöffnung am 1. Advent

Nachricht 19. November 2005

Hannover (epd). Die Kirchen und die Gewerkschaft ver.di haben am Sonnabend in Hannover gegen die Öffnung von Läden und Kaufhäusern am 1. Adventssonntag protestiert. Gemeinsam riefen sie die Bürger auf, an diesem Tag nicht einzukaufen. "Was Sie tun oder lassen, hat große Macht", wandte sich Stadtsuperintendent Wolfgang Puschmann bei einer Kundgebung in der Innenstadt an die Konsumenten. Am 27. November, dem 1. Advent, laden die Kirchen und ver.di zu einem ökumenischen Gottesdienst um 13 Uhr in der Kreuzkirche ein.

Ver.di-Landesbezirksleiter Wolfgang Denia warf dem Rat der Stadt Hannover mangelnden Widerstand gegen die Interessen der Wirtschaft vor. Nun sollten die Bürger selbst Zeichen setzen, dass ihnen der Sonntag heilig und die Menschen wichtig seien. Denia kritisierte Bestrebungen der Landesregierung beim Ladenschlussgesetz und warf ihr vor, sie wolle "die Menschen volle 24 Stunden lang verfügbar machen".

Der katholische Propst Klaus Funke wandte gegen eine "immer stärkere Benutzung des Sonntags durch die Wirtschaft" und rief die Bürger auf: "Zeigen Sie: Wir lassen uns nicht vermarkten." Für den evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverband mahnte Puschmann: "Menschen brauchen Zeit für sich, ihre Familien und Freunde und für Gott." Angelika Bönneker, Betriebsrätin und Verkäuferin, protestierte ebenfalls gegen die Sonntagsöffnung. Sie befürchte, dass dies bald keine Ausnahme mehr sein werde.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3694/19.11.05)
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