Auf einen Blick (15.11.)

Nachricht 15. November 2005

Das aktuelle Stichwort: Buß- und Bettag
Bremen/Hannover (epd). Der Buß- und Bettag am Mittwoch (16. November) ist für evangelische Christen ein Tag der Besinnung und Neuorientierung im Leben. Der Gedenktag dient dem Nachdenken über individuelle und gesellschaftliche Irrtümer wie Ausländerhass, Umweltzerstörung und Ausgrenzung von Armen und Obdachlosen.

Der Feiertag wurde vor einigen Jahren allerdings zum politischen Zankapfel: Der protestantische Buß- und Bettag, erstmals 1532 in Straßburg offiziell eingeführt, wurde 1995 zur Finanzierung der Pflegeversicherung in allen Bundesländern außer in Sachsen als gesetzlicher Feiertag ersatzlos gestrichen.

Der Bußtag hat seinen festen Platz im kirchlichen Festkalender jedoch nicht verloren. Viele Gemeinden laden meist am frühen Abend zu Andachten ein, um so auch Berufstätigen die Teilnahme zu ermöglichen. Die hohe Resonanz auf dieses Angebot belegt, dass der Bußtag im Leben vieler Menschen nach wie vor tief verwurzelt ist.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3611/14.11.05)
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Dialogpredigt von Spieckermann und Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen) zum Buß- und Bettag

16.11., 9.00 Uhr, Neustädter Hof- und Stadtkirche (Rote Reihe, Hannover)

„... und erlöse uns von dem Bösen“ – unter dem Motto dieser Bitte im Vaterunser predigen Landessuperintendentin Dr. Ingrid Spieckermann und der Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Niedersächsischen Landtag Stefan Wenzel am Buß- und Bettag, 16. November, um 9.00 Uhr in der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis (Rote Reihe 8, Hannover) über die aktuelle Frage der Bedeutung des Bösen im Leben der Gesellschaft und des Einzelnen. Die Schirmherrschaft über die im letzten Jahr begonnenen Dialoggottesdienste am Buß- und Bettag für Menschen in öffentlicher Verantwortung im Landtag, in Ministerien, Ämtern und Verwaltungen und alle Interessierte hat Landtagspräsident Jürgen Gansäuer übernommen. Er war im letzten Jahr an der Dialogpredigt beteiligt.

„Der Buß- und Bettag ist ein guter Anlass, über unsere Verantwortung in Politik und Kirche miteinander ins Gespräch zu kommen“, so Spieckermann. „Die Predigt stellt sich der derzeit viel diskutierten Frage nach dem Bösen. Das Böse übt eine unheimliche Macht aus. Es wird geleugnet, gefürchtet und bekämpft. Was bedeutet es, dass Jesus sich mit seinem Verräter an einen Tisch setzt? Und uns zu beten gibt: ‚...und erlöse uns von dem Bösen’?“

Auch die Musik während der Feier ist ein Dialog: An der Orgel spielt Professor Andor Izsák, Direktor des Europäischen Zentrums für Jüdische Musik. An der Spanischen Orgel sitzt Lothar Mohn, Kirchenmusikdirektor in Hannover.

An dem Gottesdienst wirken außerdem mit: Gesine Meißner, Landtagsabgeordnete der FDP und Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Gesundheit, Frauen und Soziales, Martina Trauschke, Pastorin an der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis, Dr. Annette von Boetticher, Kirchenvorsteherin.

Landessuperintendentin Dr. Ingrid Spieckermann ist die Regionalbischöfin im Evangelisch-lutherischen Sprengel Hannover. Der Sprengel Hannover ist annähernd deckungsgleich mit dem Gebiet der Region Hannover. In ihm leben gut 500.000 Mitglieder der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.
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Bibelgesellschaft wirbt um "Bibeln für Enkel"
Celle (epd). Die Hannoversche Bibelgesellschaft will unter dem Motto "Bibeln für Enkel" Kinder mit der Bibel vertraut machen. "Seniorenkreise in Kirchengemeinden sollen zu Geldspenden aufgerufen werden, um so Bibeln für Kinder zu finanzieren", erläuterte der Vorsitzende der Bibelgesellschaft, Superintendent i.R. Bodo Wiedemann, am Montag in Celle. Zum Auftakt werden am 22. November Bibeln an das Gymnasium in Lachendorf bei Celle überreicht.

In neun evangelischen Kirchengemeinden in der Region wurde laut Wiedemann dafür um Spenden gebeten. Das im Sommer neu eröffnete Gymnasium in Lachendorf hat nach seinen Angaben mit insgesamt zehn Klassen in drei Jahrgangsstufen den Unterricht begonnen. Eine Lehrerin habe die Bibelgesellschaft gebeten, die Bibeln zur Verfügung zu stellen.

"Dieses Projekt interessiert schon drei weitere Schulen", sagte Wiedemann. Auch Kindergärten und Kinderarztpraxen könnten durch die Spendenaktion mit Bibeln ausgestattet werden, erhofft er sich. Die Hannoversche Bibelgesellschaft wurde 1814 als Bibelgesellschaft für das Königreich Hannover gegründet. Ihr Hauptanliegen ist es, unterschiedlichen Menschen Zugänge zur Bibel zu eröffnen.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3613/14.11.05)
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Kongress: Landeskirchen öffnen sich für Mission
Braunschweig (epd). Die evangelischen Kirchen in Deutschland verlieren nach Ansicht der missionarischen "Willow-Creek"-Organisation zunehmend ihre Berührungsängste zur Evangelisation. Dies habe der an diesem Sonnabend zu Ende gehende theologisch-konservativ ausgerichtete Kongress "Evangelisation mit Zuversicht" in Braunschweig mit 2.500 Teilnehmern bestätigt. Die Kirchen entdeckten, dass Mission im eigenen Land zur Überlebensfrage werde, sagte am Freitag der Pressesprecher von "Willow Creek" Deutschland, Wolfgang Baake, dem epd.

Der Greifswalder Theologieprofessor Michael Herbst sagte in einem Vortrag, dass Evangelisation und Mission in den Kirchen längst kein Randthema mehr seien. Selbstüberschätzung, der Unwille zu Zusammenarbeit, mangelnde Menschenkenntnis und der fehlende Mut zu einem klaren Bekenntnis verhinderten jedoch oft, dass Gemeinden evangelistisch tätig seien.

Herbst rief die Gemeinden auf, "Übersetzerinnen des Evangeliums" zu werden und sich in aktuelle Debatten wie die um die Sterbehilfe
einzubringen: "Die Gemeinden müssen der Gesellschaft vorleben, dass in ihren Reihen Kranke und Alte bis zum Tod geschätzt und geliebt werden."

Die Veranstalter betonten, dass sich an dem Kongress rund 750 Menschen aus den evangelischen Landeskirchen beteiligt hätten. Erstmals bei einem deutschen "Willow Creek"-Kongress standen mehrere Vorträge deutscher Theologen und nicht nur Redner aus den USA auf dem Programm. Die vor 30 Jahren in den USA gegründete "Willow-Creek"-Bewegung gewinnt in Deutschland zunehmend Anhänger.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3605/11.11.05)
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Bundesweiter Tag der Religionen in Osnabrück
Osnabrück (epd). Der vierte Tag der Religionen in Deutschland findet am 30. November und 1. Dezember in Osnabrück statt. Der ehemalige Bremer Bürgermeister Henning Scherf und hochrangige Vertreter der großen Religionsgemeinschaften wollten sich mit der Friedensfähigkeit der Religionen auseinandersetzen, teilten die Veranstalter am Freitag mit. Der Tag der Religionen werde organisiert vom "Runden Tisch der Religionen in Deutschland" und der "Weltkonferenz der Religionen für den Frieden".

Zur Fragestellung "Sind Frauen die besseren Friedensstifter?" werde sich unter anderem die in Jerusalem und den USA lebende Stuttgarter Friedenspreisträgerin Lama Tarayrah äußern. Die Initiativen wollen nach eigenen Angaben ein öffentliches Signal setzen. Der Dialog der Religionsgemeinschaften sei in Deutschland unumgänglich geworden und werde in vielen Städten bereits gepflegt. In der Öffentlichkeit herrsche dagegen eher das Bild von gewaltsamen Konflikten im Namen der Religionen vor.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3582/11.11.05)
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Studentengemeinden zeigen Ausstellung über "Päpstinnen"
Hildesheim (epd). Die christlichen Studentengemeinden in Hildesheim stellen von Sonntag an provokative Bilder der Künstlerin Elke Fech zur Diskussion. Die Ausstellung "habemus mamam - Päpstinnen und andere Frauen in der katholischen Kirche" ist bis zum 30. April zu sehen, teilten die Evangelische Studentengemeinde (ESG) und die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) mit. Zur Eröffnung an diesem Sonntag um 20.30 Uhr im KHG-Zentrum gibt der frühere evangelische Stadtsuperintendent Hans Werner Dannowski eine Einführung.

Zwei Werke der Künstlerin hatten vor dreieinhalb Jahren in Hildesheim für Aufregung gesorgt. Oberstadtdirektor Konrad Deufel (CDU) ließ sie aus einer Ausstellung im Rathaus entfernen, weil sie christliche Symbole verunglimpften. Eines der Bilder zeigte eine verfremdete Kruzifix-Darstellung nach Diego Velasquez (1599-1660), in der Christus am Kreuz durch hinzugefügte Brüste und wegretuschierten Bart als Frau dargestellt wird.

In ihrer aktuellen Ausstellung zeigt Elke Fech Frauen in kirchlichen Machtpositionen, etwa als Päpstin. Sie wolle so die viel diskutierte Frage nach der Priesterschaft von Frauen wieder aufwerfen, erläuterte sie. Da es dafür keine Vorbilder gebe, habe sie diese Bilder geschaffen.
"Mit den Bildern mache ich die Gedanken, die Vorstellungsbilder vieler Menschen sichtbar", so die Künstlerin.

Die Ausstellung ist Teil eines umfangreichen Semesterprogramms von ESG und KHG, das von Gitarrenkreisen bis zur Akrobatik-Gruppe reicht. Eine Internationale Weihnachtsfeier ist ebenso geplant wie Gesprächskreise, Themenabende, eine Kleidertauschbörse für Frauen, gemeinsame Hochschulgottesdienste und Podiumsgespräche über das "Burn-out-Syndrom" bei Lehrern oder die Zukunft der Kirche (Internet: www.esg-khg-hildesheim.de).
(epd Niedersachsen-Bremen/b3584/11.11.05)
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Marktkirche Hannover erhält neue Orgel in altem Gehäuse
Hannover (epd). Die Marktkirche in Hannover wird zwei neue Orgeln erhalten. Dabei werde die große Orgel von 1954 in ihrem denkmalgeschützten Gehäuse neu gebaut, sagte Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann am Dienstag vor Journalisten. Zusammen mit zwei weiteren Orgeln werde die zentrale Kirche Hannovers von 2008 an ein einmaliges Klangumfeld bieten. Das Projekt werde etwa 1,4 Millionen Euro kosten. 300.000 Euro müsse die evangelisch-lutherische Gemeinde dafür noch an Spenden einwerben.

Die weithin bekannte Orgel im Seitenschiff sei in einem technisch und klanglich desolaten Zustand, sagte Kantor Ulfert Smidt. Ein Neubau an zentraler Stelle über dem Westportal sei an urheberrechtlichen Problemen gescheitert. Das von dem Architekten Dieter Oesterlen geschaffene Gesamtbild musste erhalten werden. Mit dem Neubau unter Verwendung alter Elemente wurde die Firma Goll/Luzern beauftragt. Durch bauliche Maßnahmen, deren Kosten laut Kreisel-Liebermann noch hinzukommen, werden die neu gestalteten 60 Register mehr Platz erhalten.

Die neue Orgel solle an Klang und Brillanz die alte übertreffen, sagte der Orgelexperte Hans-Ulrich Funk aus Herzberg. Sie wird durch zwei weitere Orgeln ergänzt: Vor zwei Jahren hatte die Kirchengemeinde bereits eine transportable italienische Kleinorgel von 1780 erworben.
Auf der Westempore werde eine Chor-Ensemble-Orgel mit zehn Registern eingebaut.

Die Kosten der beiden neuen Orgeln werden von der hannoverschen Landeskirche mit 180.000 Euro bezuschusst. Je 150.000 kommen laut Kreisel-Liebermann von der Klosterkammer und der Versicherungsgruppe Hannover VGH. Die Gemeinde selbst könne knapp 500.000 Euro aus einem Grundstücksverkauf beitragen und habe bisher 200.000 Euro aus Spenden erhalten. Um weitere Spenden werben eine Fundraising-Agentur und ein Architekturmodell im Kirchenschiff.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3632/15.11.05)
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