Synoden in norddeutschen Kirchen

Nachricht 15. November 2005

Hannovers Landessynode vor Grundsatzentscheidungen
Hannover (epd). Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers steht vor einschneidenden Sparbeschlüssen. Die Landessynode wird bei ihrer Tagung vom 22. bis 24. November in Hannover über Vorschläge beraten, wie der Haushalt bis 2010 um mehr als 80 Millionen Euro heruntergefahren werden kann. Ein Perspektivausschuss hatte der mit 3,1 Millionen Mitgliedern größten deutschen Landeskirche empfohlen, ihre Ausgaben um durchschnittlich 15 Prozent zu kürzen und einzelne Einrichtungen zu schließen.

Wie die Landeskirche am Donnerstag mitteilte, stehen die Folgerungen aus diesen Vorschlägen ebenso auf der Tagesordnung des Kirchenparlaments wie ein Nachtragshaushalt für 2006. Landesbischöfin Margot Käßmann wird am 24. November ihren regelmäßigen Bericht vor den 98 Synodalen geben. Die Vertreter der Kirche aus dem Raum zwischen Ostfriesland und dem Südharz tagen öffentlich in den Räumen der Henriettenstiftung.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3568/10.11.05)
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Berichterstattung von der Synode: www.evlka.de/synode
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Oldenburger Synode diskutiert Haushalt und Strukturen
Oldenburg (epd). Der Haushalt für das kommende Jahr und neue Leitungsstrukturen stehen im Mittelpunkt der Synode der Oldenburger Kirche am 24. und 25. November in Rastede. Die 60 Delegierten des Kirchenparlaments müssten über einen 68,33 Millionen Euro Haushalt beschließen, sagte Kirchensprecherin Marlis Oehme am Dienstag dem epd.
Er liege rund zwei Millionen Euro über dem Etat des laufenden Jahres. Zur Deckung des Haushalts müssten drei Millionen Euro den Rücklagen der Kirche entnommen werden.

Weiter stehe eine Debatte über die künftige Leitungsstruktur auf der Tagesordnung, so Oehme. Die Steuerungsgruppe der Synode schlage vor, die bisher getrennt arbeitenden kirchenleitenden Gremien Synodalausschuss und Oberkirchenrat zu einer gemeinsamen Kirchenleitung zusammen zu führen. Bischof Peter Krug wolle in seinem Bericht die Arbeit der Landeskirche kommentieren.

Mit rund 470.000 Mitgliedern in 123 Kirchengemeinden gehört die Oldenburger Kirche zu den kleineren der 23 Gliedkirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die Kirche ist aufgegliedert in elf Kirchenkreise, die von der Nordseeinsel Wangerooge bis zu den Dammer Bergen reichen und damit das alte Herzogtum Oldenburg umfassen.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3626/15.11.05)
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Synode Braunschweig: Einsparungen und neue Strukturen
Wolfenbüttel (epd). Die evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig plant weitere Einsparungen. Der Etatentwurf für 2006 sieht eine Kürzung von rund 89 auf 86 Millionen Euro vor, kündigte Kirchensprecher Michael Strauß am Montag in Wolfenbüttel an. Die Landeskirche reagiere damit auf die weiter sinkenden Einnahmen aus der Kirchensteuer. Der neue Haushaltsplan soll auf der Tagung der Landessynode verabschiedet werden, die am Donnerstag in Goslar beginnt.

Das Kirchenparlament wird sich bei der Suche nach Sparmaßnahmen auf der bis Sonnabend dauernden Tagung auch mit "Strukturveränderungen im Landeskirchenamt“ befassen. Anlass ist der Wechsel von Oberlandeskirchenrätin Karla Sichelschmidt zur bayerischen Landeskirche nach München. Dadurch ist die Leitung der Rechtsabteilung vakant, zu der auch das Grundstücksreferat und das Archiv gehören. Das Landeskirchenamt hat derzeit vier Abteilungen. An der Spitze stehen die Oberlandeskirchenräte Peter Kollmar (Theologie), Robert Fischer
(Finanzen) und Brigitte Müller (Personal).

Die Verwaltung der rund 100 evangelischen Kindertagesstätten im Bereich der Landeskirche steht ebenfalls zur Diskussion. Das Landeskirchenamt hatte im Juni vorgeschlagen, eine zentrale Service-Stelle einzurichten, die Aufgaben der Personalverwaltung, der Finanzsteuerung und der Fachberatung übernimmt. Insbesondere im Raum Salzgitter haben sich Kirchengemeinden gegen diese Pläne gewandt.
Kirchensprecher Strauß sagte dem epd, die Verantwortung und Anstellungsträgerschaft bleibe bei den Gemeinden. Die mehr als 1.000 Erzieherinnen könnten jedoch flexibler eingesetzt werden. Dadurch könne man möglicherweise Kündigungen vermeiden.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3615/14.11.05)
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Bremer "Kirchentags"-Delegierte diskutieren Haushalt
Bremen (epd). Der Haushalt für das kommende Jahr und Kürzungen in den übergemeindlichen Diensten stehen im Mittelpunkt der Herbstsynode der Bremischen Evangelischen Kirche. Zu der Sitzung kommen Mitglieder des Kirchenparlamentes, das in Bremen "Kirchentag" heißt, am 23. und 24. November im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus Vegesack zusammen. Auf der Tagesordnung stehen nach eigenen Angaben außerdem ein Konzept für die Jugendarbeit sowie ein Antrag zur zentralen Anstellung der Mitarbeiterinnen in den kirchlichen Kindertagesstätten.

Die Bremische Evangelische Kirche steht unter erheblichem finanziellen Druck. Um Kirchensteuerausfälle auszugleichen, soll der Haushalt bis zum Jahr 2008 um ein Viertel gekürzt werden. Im kommenden Jahr plant die einzige Stadtkirche in Deutschland einen Etat von rund
61 Millionen Euro. Der Kirchentag ist das gesetzgebende Organ der Bremischen Evangelischen Kirche. Mit 179 Delegierten ist es das größte evangelische Kirchenparlament in Deutschland, obwohl die bremische Kirche mit rund 245.000 Mitgliedern zu den kleinsten evangelischen Landeskirchen zählt. (epd Niedersachsen-Bremen/b3614/14.11.05)