Landesbischöfin: Zuwanderer-Kinder brauchen mehr Aufmerksamkeit

Nachricht 07. November 2005

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat die Gesellschaft dazu aufgerufen, sich stärker um die Kinder von Emigranten zu kümmern. Die aktuellen Ereignisse in Frankreich zeigten, dass Armut unter Zuwanderern und Bildungsnotstand zu einer Gewalt führen könnten, die Angst mache, sagte Käßmann am Montag in einem Interview von NDR-Info-Radio: "Wir müssen uns in Deutschland um jedes einzelne Kind kümmern, damit es einen Bildungsabschluss erlangt."

Die Pisa-Studie mache deutlich, dass viele ausländische Kinder keine Möglichkeit hätten, die Schule angemessen zu beenden. Das sei eine Saat, die gefährlich werden könne, sagte die Bischöfin. Es sei wichtig, genau hinzuschauen, wie Ausländer in Deutschland lebten: "Wir haben lange weggeguckt und nicht versucht, den Menschen hier einen Platz unter den Grundbedingungen unserer Gesellschaft anzubieten", so Käßmann.

Die Deutschen hätten die Zuwanderer einst ins Land geholt: "Die Menschen, die kommen, haben aber die Verpflichtung, sich in unser Wertesystem zu integrieren." Dieses Wertesystem müsse allerdings klar benannt werden. Vielen Deutschen sei jedoch die jüdisch-christliche Tradition mit den zehn Geboten völlig egal, kritisierte Käßmann. (epd Niedersachsen-Bremen/b3523/07.11.05)
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