Hospiz Nordheide in Buchholz bei Hamburg eingeweiht

Nachricht 04. November 2005

Buchholz/Kr. Harburg (epd). Mit einer Feierstunde ist am Donnerstagabend das "Hospiz Nordheide" in Buchholz bei Hamburg eingeweiht worden. Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) würdigte bei der Eröffnung das ehrenamtliche Engagement zur Finanzierung des Hauses für schwerstkranke sterbende Menschen. "4.500 Einzelspenden machen deutlich, wie sich Menschen angesprochen fühlen, wenn man ihnen den Hospizgedanken näher bringt", sagte Möllring.

Vor zwei Jahren hatte eine Stiftung in kirchlicher und öffentlicher Trägerschaft begonnen, um Spenden für das Hospiz mit zwölf Betten zu bitten. Rund 900.000 Euro sind bisher nach Angaben der Stiftung zusammengekommen. Die Stiftung trägt mit einem Darlehen maßgeblich zur Finanzierung des rund 1,3 Millionen Euro teuren Baus am Krankenhaus in Buchholz bei.

Das Hospiz ermögliche Sterbenden einen schmerzfreien, würdevollen Abschied, sagte Möllring. Auch Angehörige würden nicht allein gelassen. "Das ist das Gegenteil von aktiver Sterbehilfe. Das ist eine humane Sterbebegleitung." In Niedersachsen gibt es laut Möllring vor allem in der Fläche zu wenig Hospize. Bei der Zahl der Einrichtungen stehe das Land bundesweit zwar an dritter Stelle, mit Blick auf die Bettenzahl jedoch im unteren Drittel aller Bundesländer.

Der Geschäftsführer des Hospizes, Peter Johannsen, kritisierte den Vorstoß des Hamburger Justizsenators Roger Kusch (CDU) für eine straffreie, aktive Sterbehilfe. "Wir brauchen keine Ausbrüche eines Hamburger Senators, der sich anmaßt, über Gottes Willen zu urteilen und aktive Sterbehilfe als eine Aufgabe der christlichen Nächstenliebe bezeichnet. Wir brauchen keine 'Dignitas'. Wir brauchen ein Hospiz", betonte er.

In dem Hospiz bekämen Menschen Hilfe und Halt, ihre Ängste würden gelindert, sagte Johannsen. Das Hospiz wird von einer Betreibergesellschaft aus dem Herbergsverein Tostedt, dem evangelischen Kirchenkreis Hittfeld, dem Ökumenischen Hospizdienst Buchholz und dem Deutschen Roten Kreuz getragen. (epd Niedersachsen-Bremen/b3500/04.11.05)
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