Auf einen Blick (3.11.)

Nachricht 03. November 2005

Wulf Lothar Köppe neuer Landespfarrer der Johanniter
Hildesheim/Celle (epd). Pastor Wulf Lothar Köppe aus Eldingen bei Celle wird neuer Landespfarrer der Johanniter-Unfall-Hilfe. Der 59-Jährige wird am 9. November in Hannover in sein Ehrenamt eingeführt, teilte der Johanniter-Landesverband Niedersachsen-Bremen am Donnerstag in Hildesheim mit. Die Zusammenarbeit mit Köppe habe mit dem ICE-Unglück von Eschede im Jahr 1998 begonnen.

Der Theologe hat nach Angaben der Johanniter jahrelange Erfahrung als Krankenhaus- und Notfallseelsorger. Persönlich sei ihm die Seelsorge und Begleitung der Johanniter-Mitarbeiter wichtig. Sie müssten in persönlichen Gesprächen ihre Empfindungen aussprechen und ihre Erfahrungen verarbeiten können.

Gemeinsam mit der Verbandsleitung der Johanniter-Unfall-Hilfe sorge der Landespfarrer dafür, dass der christliche Gedanke in dem evangelischen Verband gepflegt und weitergegeben wird. Köppes Vorgänger Günther Grigoleit hatte das Amt zehn Jahre lang inne. (epd Niedersachsen-Bremen/b3487/03.11.05)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++

4. Tagung der 10. EKD-Synode wird am Sonntag eröffnet
Mit einem Gottesdienst in der St. Matthäus Kirche in Berlin wird am Sonntag, 6. November, die 4. Tagung der 10. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eröffnet. Die Liturgie nimmt die gerade in der Kirche gezeigten Bilder des österreichischen Malers Arnulf Rainer auf. Die Predigt hält in diesem Jahr der Bischof der gastgebenden Landeskirche – Bischof Wolfgang Huber von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Der Gottesdienst wird ab 9.30 Uhr live übertragen im Zweiten Deutschen Fernsehen.

Bis zum 10. November beraten die 120 Delegierten in Berlin unter anderem das diesjährige Schwerpunktthema "Tolerant aus Glauben". Am Sonntag wird der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, seinen Ratsbericht halten. Außerdem müssen die Mitglieder der Synode im Lauf der Tagung den Haushaltsplan beschließen und weitere Gesetze, darunter eine Änderung der Grundordnung der EKD, beraten und verabschieden.

Weitere Informationen und Berichterstattung von der Synode: www.ekd.de/synode2005
+++

Von der Leyen wird Schirmherrin über "Zeit für Kinder"
Hannover (epd). Die niedersächsische Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat die Schirmherrschaft über das Projekt "Zeit für Kinder" übernommen. Die Evangelische Familien-Bildungsstätte in Hannover will damit junge Familien kurz nach der Geburt eines Kindes entlasten. Die Ministerin sehe darin "eine wesentliche und lebensnahe Hilfe", teilte die Bildungsstätte am Donnerstag mit.

Bei dem Projekt erklären sich Frauen bereit, ehrenamtlich zu helfen, wenn Väter und Mütter Entlastung brauchen. Dabei könne es sich um einen Arzttermin handeln, einen Spaziergang mit dem Baby als Erholungspause für die Mutter oder um die Beschäftigung mit einem Geschwisterkind. Viele junge Familien könnten nicht auf Großeltern oder andere Verwandte zurückgreifen, erläuterte die Familien-Bildungsstätte. Mütter seien als Alleinerziehende oder bei einer Berufstätigkeit des Ehemannes auf sich allein gestellt. (epd
Niedersachsen-Bremen/b3486/03.11.05)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++

Erster Gottesdienst für Geschiedene in Osnabrück
Osnabrück (epd). Die evangelische Kirche in Osnabrück bietet erstmals an diesem Sonntag um 16 Uhr in der Katharinenkirche einen Gottesdienst für getrennt lebende und geschiedene Menschen an. "Wir wollen zeigen, dass die Kirche Menschen auch in dieser schwierigen Situation begleitet und sie nicht allein lässt", sagte Mitinitiatorin Rita Steinbreder vom Evangelischen Frauenwerk am Donnerstag in Osnabrück.

Erfahrungen aus Großstädten wie etwa Hannover hätten gezeigt, dass es einen großen Bedarf für einen solchen Gottesdienst gebe. Im vergangenen Jahr sei in Osnabrück das Angebot der katholischen Kirche gut angekommen. Obwohl die Gottesdienste nicht ausdrücklich ökumenisch seien, seien Christen aller Konfessionen eingeladen, betonte Steinbreder. Katholiken und Protestanten wollten auch künftig zusammenarbeiten, um mindestens einmal pro Jahr einen Gottesdienst für Geschiedene und getrennt Lebende anbieten zu können. (epd Niedersachsen-Bremen/b3481/03.11.05)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++

Barrenstein: Die Hälfte der Probleme der Kirche ist hausgemacht
Unternehmensberater macht Mut zu Reformen – Amtshandlungen bisweilen zu lieblos

S t u t t g a r t (idea) - Mehr Reformbereitschaft der Kirchen hat der Direktor der Unternehmensberatung McKinsey, Peter Barrenstein, (München), angemahnt. Mehrere Umfragen, nach denen die gesellschaftliche Bedeutung der Kirchen wieder zunehme, seien kein Grund zur Zufriedenheit. Die Hälfte ihrer Probleme sei hausgemacht, sagte Barrenstein bei einer Begegnung des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer mit Oberkirchenräten, Synodalen und Pfarrern der Evangelischen Landeskirche in Württemberg am 2. November in Stuttgart. Aus der repräsentativen Untersuchung „Perspektive Deutschland“ gehe hervor, daß sich die religiöse Bindung von Bürgern positiv auf die Gesellschaft auswirke. Protestanten mit hoher Kirchenbindung seien im Vergleich zur Gesamtbevölkerung zufriedener und opferbereiter, hätten weniger Zukunftssorgen und setzten sich mehr für die Gemeinschaft ein. Einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach (Allensbach am Bodensee) zufolge interessierten sich religiöse Menschen besonders für soziale Gerechtigkeit; sie nähmen das Leben in die eigene Hand und seien zur Mitgestaltung der Gesellschaft bereit. Für den Bevölkerungsdurchschnitt hingegen hätten gute Freunde, Spaß und Einkommen eine besondere Bedeutung. „Die Zahlen zeigen nicht nur ein steigendes Interesse am Christentum, sondern auch den gesellschaftlichen Nutzen christlicher Werte: Je mehr Menschen zur Kirche gehen, desto besser geht es der Gesellschaft“, so der Unternehmensberater.

EKD wie ein zahnloser Tiger

Nach Ansicht von Barrenstein, der auch der EKD-Synode angehört, sollte die „erfreuliche Trendwende“ im Blick auf die gesellschaftliche Bedeutung der Kirchen zu Reformen ermutigen. Manche Amtshandlungen seien lieblos gestaltet. Beerdigungen mit freien Trauerrednern seien häufig ansprechender als kirchliche Feiern. Wer aus Verärgerung aus der Kirche austrat, aufgrund neuer religiöser Erkenntnisse zurückkehrte und dann die alten Verhältnisse wiederfinde, sei „ganz schnell für immer verloren“. Kirchliche Entscheidungen dauerten zu lange. Die EKD sei wie ein zahnloser Tiger, weil sie wenig Befugnisse habe. Trotz sinkender Kirchensteuern scheue man sich, über eine völlig andere Finanzierung nachzudenken. Ein Rasenmäherprinzip, bei dem alle kirchlichen Arbeitsfelder gleichmäßig gekürzt werden, lehnt Barrenstein ab. Stattdessen empfiehlt er, Schwerpunkte zu setzen. Beispielsweise müsse die Bildungsarbeit ausgebaut werden. Zur Zeit erwürben 72 Prozent der Kinder aus höheren sozialen Schichten die Hochschulreife, während es bei sozial schwachen Familien nur acht Prozent seien.

Unterschiede zur katholischen Kirche deutlich machen

Ferner riet Barrenstein der evangelischen Kirche, sich auf dem „Religionsmarkt“ stärker zu profilieren. Auch Unterschiede zur katholischen Kirche müßten deutlich werden. Barrenstein lobte die EKD, daß sie die Gründe für ihre Nichtbeteiligung an einer Überarbeitung der „Einheitsübersetzung“ der Bibel öffentlich gemacht habe. Die katholische Seite habe beansprucht, daß Meinungsverschiedenheiten nach ihren Wünschen entschieden werden. Auch beim Amtsverständnis von Pfarrern und im Blick auf den Dienst von Frauen gebe es Unterschiede, auf die Protestanten stolz sein könnten. Oberkirchenrat Heiner Küenzlen (Stuttgart) plädierte dafür, daß die Kirchen vor allem ihre Gemeinsamkeiten herausstellen, um für den christlichen Glauben zu werben. (03.11.05/15:20)
Copyright: Evangelische Nachrichtenagentur idea
E-Mail: idea@idea.de