Auf einen Blick (2.11.)

Nachricht 02. November 2005

www.weihnachtsgottesdienste.de
ist ein Service der evangelischen und der katholischen Kirche in Deutschland, um Menschen, die zu den Festtagen einen Gottesdienst besuchen möchten, Termin und Ort über das Internet finden zu lassen.

Ab dem 01. November 2005 bis zum 22. Dezember 2005 können Sie die Termine der Gottesdienste in Ihrer Gemeinde unter www.weihnachtsgottesdienste.de eintragen.
+++

Plan für eine Gedenkstätte in Sandbostel kommt voran
Sandbostel/Kr. Rotenburg (epd). Nach dem Kauf eines Teilgeländes des Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Sandbostel im Landkreis Rotenburg werden die Ideen für eine Gedenkstätte konkreter. Derzeit sei ein Masterplan in Arbeit, sagte der evangelische Pastor Peter Handrich am Mittwoch dem epd. Handrich ist im Vorstand der "Stiftung Sandbostel", die vor knapp einem Jahr gegründet wurde, um auf dem Lagergelände eine Gedenkstätte einzurichten. Im August hat sie zu diesem Zweck ein etwa 2,8 Hektar großes Grundstück mit Gebäuden gekauft.

Laut Handrich wird darüber diskutiert, den steinernen Küchenkomplex der russischen Kriegsgefangenen auf dem Gelände als Dokumentationsstätte herzurichten. Möglicherweise sei dort Platz für ein Archiv sowie für
Ausstellungs- und Vortragsräume. Handrich plant im Auftrag der hannoverschen Landeskirche außerdem eine "spirituelle Zelle". Menschen könnten dort "ausgehend von den Ereignissen, die im Krieg stattgefunden haben, über die Gegenwart, das eigene Leben und ihre Zukunft nachdenken".

Ausgrabungen in Sandbostel haben nach Angaben der Stiftung mittlerweile weit über 1.000 Fundstücke wie Schuhe, Essgeschirr, Dokumente, Stahlhelme und Porzellan zu Tage gefördert. Sie gehörten zum Grundstock für eine Dokumentationsstätte, sagte der stellvertretende Stiftungs-Vorsitzende Karl-Heinz Buck dem epd. Aufgrund der großen Zahl erhaltener Baracken gilt Sandbostel unter Experten als einzigartiges Zeugnis für das System von Gefangenenlagern der Nationalsozialisten in Deutschland.

Am 9. November hält der Leiter der Dokumentationsstätte Sandbostel, Klaus Volland, in der Wassermühle von Sittensen um 20 Uhr einen Vortrag über das Lager. Am 11. Dezember plant Volland eine öffentliche Führung über das Lagergelände. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr die Lagerkirche (Internet: www.sandbostel.org und
www.dokumentationsstaette-sandbostel.de
). (epd
Niedersachsen-Bremen/b3467/02.11.05)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++

Hildesheimer Mahnmale für Euthanasie-Opfer eingeweiht
Hildesheim (epd). Das Niedersächsische Landeskrankenhaus und das Gymnasium Andreanum in Hildesheim haben am Mittwoch ein Doppelmahnmal für die Opfer der NS-Euthanasie eingeweiht. 1941 wurden mehr als 400 Insassen der damaligen Hildesheimer "Heilanstalt für geistes- und gemütskranke Personen" ermordet. Der frühere Direktor des psychiatrischen Landeskrankenhauses, Professor Günther Ritzel, räumte bei einer Feierstunde ein, die Psychiatrie in Deutschland habe sich zu wenig und zu spät um die selbstverschuldete Verwicklung in das Nazi-Regime gekümmert.

Die Denkmäler an den beiden Orten sollten helfen, Schuld einzugestehen und Menschlichkeit zu begründen. Ritzel hatte die Mahnmale initiiert. Der Hildesheimer evangelische Landessuperintendent Eckhard Gorka sagte, nie wieder dürfe ein solches Unrecht an Menschen geschehen. Für Oberbürgermeister Ulrich Kumme sind die Mahnmale eines der wichtigsten Projekte der vergangenen Jahre in Hildesheim. "Die Stadt steht zu ihrer Geschichte, auch zu den dunklen Kapiteln", sagte er.

Aus der "Heilanstalt für geistes- und gemütskranke Personen" im ehemaligen Michaeliskloster ging das heutige psychiatrische Landeskrankenhaus hervor. An ihrem Standort befindet sich heute das evangelische Gymnasium Andreanum. Dort wurde von einer Schlosserei ein rund 500 Kilogramm schweres Stahldenkmal aufgestellt. Am heutigen Standort des Landeskrankenhauses am Stadtrand entstand ein vierteiliges Werk aus chinesischem Granit, das aus drei 2,70 Meter hohen Stelen und einer auf dem Boden liegenden Kugel besteht.

Die Entwürfe der beiden Kunstwerke stammen von Schülerinnen des Gymnasiums Andreanum. Schüler hatten sich im Kunstunterricht intensiv mit der "Vernichtung lebensunwerten Lebens" durch die Nazis beschäftigt und ihre Entwürfe im Landeskrankenhaus ausgestellt. Eine Jury wählte zwei davon aus.

Die Denkmäler kosteten zusammen rund 14.000 Euro und wurden von der Hildesheimer Sparkassen-Stiftung finanziert. Die 400 Euthanasie-Opfer wurden vor 64 Jahren von Hildesheim in die "Landesheil- und Pflegeanstalt" im hessischen Hadamar gebracht und in der Gaskammer getötet. (epd Niedersachsen-Bremen/b3471/02.11.05)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++

Pfarrer: Göttinger Platz nicht nach Antisemiten benennen
Göttingen (epd). Göttinger Pastoren haben den Stadtrat aufgefordert, an der bereits beschlossenen Umbenennung des Saathoffplatzes festzuhalten. Pastor Albrecht Saathoff sei nach 1933 "maßgeblich an der Bewusstseinsbildung zugunsten der NS-Herrschaft beteiligt gewesen", sagten die Pfarrer Helmhard Ungerer und Hartwig Hohnsbein am Mittwoch.
Saathoff habe Adolf Hitler und den Zweiten Weltkrieg verherrlicht und Antisemitismus verbreitet.

Im April dieses Jahres hatte das Kommunalparlament mit den Stimmen von SPD, Grünen und PDS beschlossen, den Satthoffplatz künftig nach der früheren sozialdemokratischen Politikerin Ingeborg Nahnsen zu benennen. Dagegen sprachen sich viele Anwohner in einer Befragung für die Beibehaltung des alten Namens aus. Über das Thema soll in der kommenden Ratssitzung am 11. November erneut beraten werden.

Schon eine vorübergehende Aussetzung des Ratsbeschlusses sei für sie "unerträglich", erklärten Ungerer und Hohnsbein. "Eine endgültige Aufhebung wäre ein Skandal für die Stadt Göttingen, die weltoffen sein will."

Saathoff (1875-1968) war mehr als 40 Jahre lang Pastor in der Göttinger St.-Albani-Gemeinde. "Dankbar blicken wir auf die Kämpfe im Westen, besonders auf den Seekrieg und die Luftkämpfe", schrieb er 1940 als Herausgeber des "Göttinger Gemeindeblattes". An anderer Stelle sprach er vom "hasserfüllten Weltjudentum." Nach Recherchen von Hohnsbein beteiligte sich Saathoff auch daran, den jüdisch-stämmigen Göttinger Gemeindepastor Bruno Benfey aus seinem Amt zu drängen. (epd
Niedersachsen-Bremen/b3478/02.11.05)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++

Religionspädagogin schreibt kindgerechte Bibel
Göttingen (epd). Zwei kindgerechte Nacherzählungen der Bibel sind im Göttinger Verlag Vandenhoeck & Ruprecht erschienen. In den Bänden "Wie Feuer und Wind" (Altes Testament) und "Wie Brot und Wein" (Neues Testament) habe die Religionspädagogin Martina Steinkühler die Kernaussagen der Bibel herausgearbeitet und für Kinder und Jugendliche neu erzählt, teilte der Verlag am Mittwoch mit. Die Bücher enthalten auch aktuelle Fotos vom "Heiligen Land" und ein Register. Jedes Buch kostet 19,90 Euro. (epd Niedersachsen-Bremen/b3477/02.11.05)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++

Jugendliche aus dem Harz entwickeln Luther-Parfüm
Clausthal-Zellerfeld (epd). Jugendliche aus Clausthal-Zellerfeld im Harz haben ein Luther-Parfüm entwickelt. Der neue Duft "95 T" erinnert an die 95 Thesen Martin Luthers (1483-1546) gegen den Ablasshandel, teilte der evangelische Kreisjugendwart Matthias Schiefer am Mittwoch mit. Mitarbeiter der evangelischen Jugend hatten ihn gemeinsam mit einer örtlichen Apothekerin wochenlang ausgetüftelt. Das rosa Parfüm duftet nach Rosen und Zitronen. Die Rose ist das Familienwappen des Reformators.

Der Luther-Duft ist Teil der Aktion "Luther für die Sinne". Zum Reformationstag Ende Oktober konnten die Jugendlichen bereits die Hälfte der insgesamt 400 Röhrchen gegen eine Spende unters Volk bringen.
Weitere Duftproben sollen nachproduziert werden. Die Jugendlichen wollen sie in Kirchengemeinden oder bei Veranstaltungen des Evangelischen Jugenddienstes verkaufen, unter anderem bei einer Andacht am 10.
November, Luthers Geburtstag.

Der Erlös kommt jeweils zur Hälfte der Jugendarbeit und der denkmalgeschützten, aber sanierungsbedürftigen Marktkirche in Clausthal zugute, die den Angaben zufolge die größte Holzkirche Mitteleuropas ist.
Bei der Aktion "Luther für die Sinne" entwickelten die Jugendlichen auch einen magenfreundlichen Luther-Tee mit Wildapfel- und Rosenblüten-Aromen. (epd Niedersachsen-Bremen/b3469/02.11.05)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen