Auf einen Blick (25.10., erg. 26.10.)

Nachricht 26. Oktober 2005

Saarland und Niedersachsen: Sterbehilfe strafbar machen
Saarbrücken (epd). Gemeinsam mit Niedersachsen hat das Saarland eine Bundesratsinitiative angekündigt, um die professionelle Vermittlung von Sterbehilfe in Deutschland unter Strafe zu stellen. Die organisierte Förderung von Suizid könne nicht toleriert werden, erklärte Gesundheitsminister Josef Hecken (CDU) am Montagabend in Saarbrücken.
Von Ärzten und Krankenkassen forderte er, die Qualitätsstandards einer künftigen Palliativ-Versorgung zur Vermeidung von Schmerzen festzulegen.

Der Schweizer Sterbehilfeverein "Dignitas" hatte im September in Hannover seine erste Niederlassung in Deutschland gegründet. Eine Kontroverse über die Lockerung des Sterbehilfe-Verbotes hatte auch der Hamburger Justizsenator Roger Kusch (CDU) mit seinen Vorschlägen zu mehr Selbstbestimmung von Patienten ausgelöst. Besonders die Kirchen warnen vor der Aufweichung des Lebensschutzes.

Der Verzicht von Patienten auf lebensverlängernde medizinische Maßnahmen müsse respektiert werden, sagte der saarländische Minister Hecken. Dennoch lehne sein Bundesland die aktive Sterbehilfe kategorisch ab. Jedes menschliche Leben sei ein einzigartiges Gut und Teil der göttlichen Schöpfung, welches es zu bewahren gelte. Wer die Grenze zur aktiven Sterbehilfe überschreite, vergesse die düsteren Erfahrungen damit in der deutschen Geschichte. (epd
Niedersachsen-Bremen/b3363/25.10.05)
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Initiativen in Südniedersachsen erinnern an Pogrome
Göttingen/Goslar (epd). Mit Gedenkfeiern und anderen Veranstaltungen erinnern Initiativen in Südniedersachsen am 9. November an die Judenpogrome vor 67 Jahren. In Göttingen veranstalten die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und die Stadt eine Gedenkstunde am Mahnmal der jüdischen Synagoge. Dabei stellen Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule ihre Recherchen über das frühere jüdische Leben in Göttingen vor.

Im Anschluss an diese Feier lädt der Göttinger Verein Jüdisches Lehrhaus zu einer "Langen Nacht der Erinnerung" ein. In Goslar berichtet der Historiker Peter Schyga auf Einladung des "Arbeitskreises Spurensuche" über die Judenverfolgung in der Harzstadt. - In der Nacht zum 10. November 1938 hatten Nationalsozialisten in ganz Deutschland Synagogen in Brand gesteckt, jüdische Geschäfte und Wohnungen demoliert und Juden misshandelt, verschleppt oder ermordet. (epd Niedersachsen-Bremen/b3367/26.10.05)
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Kirchenkreise nehmen gemeinsame Verwaltung in Betrieb
Rinteln/Wunstorf (epd). Die evangelischen Kirchenkreise Grafschaft Schaumburg und Neustadt-Wunstorf nehmen im November ihr neues gemeinsames Kirchenkreisamt in Wunstorf in Betrieb. Es wird künftig für 51 Gemeinden mit zusammen etwa 107.000 Mitgliedern sowie für rund 800 haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter zuständig sein, teilte die neue Amtsleiterin Andrea Furche am Dienstag mit.

Die rund 30 Verwaltungsmitarbeiter werden vom 1. November an aus den bisherigen Kirchenkreisämtern in Neustadt am Rübenberge und Rinteln nach Wunstorf umziehen. Das neue Haus wird am 28. November eingeweiht. Die Ämter folgen damit einem Sparpapier der hannoverschen Landeskirche, nach dem die bisher 42 Kirchenkreisämter in den nächsten 15 Jahren auf 20 reduziert werden sollen. Die Fusion war rechtlich bereits im Frühjahr besiegelt worden.

Nach Angaben der Amtsleiterin können durch die Zusammenlegung in den kommenden drei Jahren vier Stellen eingespart werden, wenn Mitarbeiter in den Ruhestand gehen. Kein Mitarbeiter müsse entlassen werden. Das Gebäude des bisherigen Kirchenkreisamtes in Rinteln wird verkauft, das angemietete Gebäude in Neustadt aufgegeben. Kirchenkreisämter sind unter anderem für und Bau- und Grundstücksangelegenheiten, Haushaltspläne, Personalverwaltung und die Rechnungsführung zuständig.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3360/25.10.05)
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31. Oktober, 20.15 Uhr, ARD: Luther
weitere Infos: www.lutherderfilm.de

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Sterben à la carte: Patientenverfügungen – Fluch oder Segen? Tacheles am 1. November aus der Marktkirche Hannover
Weitere Informationen: www.tacheles.net

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Neuer Preis für lebendige Predigten auf Video
Celle (epd). Eine kirchliche Initiative aus Celle lobt einen neuen Predigtpreis aus. Für den Preis, der im kommenden Jahr erstmals verliehen wird, sollten Videoaufnahmen von Predigten und nicht deren Schriftform bewertet werden, sagte der Celler Superintendent Hans-Georg Sundermann am Montag. Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann stellt als Schirmherrin den Preis "Ereignispredigt" am 31. Oktober um 17 Uhr in der Stadtkirche in Celle vor.

Laut Sundermann finden in Deutschland im Jahr mehr als eine Million Gottesdienste statt. Jeden Sonntag hörten dabei fast sechs Millionen Christen die Kanzelrede. "Die Predigt ist damit die häufigste Form der öffentlichen Rede", sagte der evangelische Superintendent. Ihr müsse besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, betonte Sundermann, der gemeinsam mit seinem Kollegen Pastor Volkmar Latossek die Idee zu dem Preis hatte.

Unterstützt wird die Initiative nach ihren Angaben unter anderem vom Musiker Heinz Rudolf Kunze sowie dem Professor für Praktische Theologie Albrecht Grözinger aus der Schweiz. Für den Predigtpreis nimmt Latossek (An der Stadtkirche 8, 29221 Celle) bis zum 31. März 2006 Bewerbungen aus dem deutschsprachigen Raum an. Informationen gibt es vom 30. Oktober an im Internet unter www.ereignispredigt.de. (epd
Niedersachsen-Bremen/b3352/24.10.05)
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Konzertreihe will Vielfalt der Synagogenmusik vorstellen
Hannover (epd). Mit einer Konzertreihe im November und Dezember will das in Hannover ansässige Europäische Zentrum für Jüdische Musik die Vielfalt der Synagogenmusik vorstellen. Den Auftakt bildet am 9. November um 18 Uhr ein Konzert in der Marktkirche in Hannover zum Gedenken an die Reichspogromnacht im Jahr 1938. Dort soll laut Programmheft die Musik der vor 67 Jahren zerstörten hannoverschen Synagoge wieder erklingen. Die Ansprache hält Rabbiner Andreas Nachama, geschäftsführender Direktor der Stiftung "Topographie des Terrors" in Berlin.

Ein "kommentiertes Konzert" am 13. November in der Staatsoper Hannover soll der "fruchtbaren Verbindung von Synagoge und Oper" nachspüren, schreibt der Leiter des Zentrums, Professor Andor Izsak. Zwei Konzerte am 18. und 19. November in NDR-Sälen in Hannover und Hamburg stellen das Werk des Komponisten Louis Lewandowski (1821-1894) vor. Dieser wurde den Angaben zufolge als erster Jude in die Akademie der Künste aufgenommen und durfte von 1865 an den preußischen Titel "Königlicher Musikdirektor" tragen.

Bei weiteren Konzerten in Hannover und Braunschweig sind unter anderem der Chor der Großen Synagoge "Hechal Schlomo" in Jerusalem und der Osnabrücker Jugendchor zu hören. Den Abschluss der Reihe bildet am 11. Dezember eine "Weihnukka-Feier" in Hannover, die Elemente des christlichen Weihnachtsfestes und des jüdischen Chanukka-Festes miteinander verbindet. Das Europäische Zentrum für Jüdische Musik ist ein Institut der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Es will die Tradition der synagogalen Musik rekonstruieren und dokumentieren. (epd Niedersachsen-Bremen/b3356/24.10.05)
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"Bücherkoffer" enthält Literatur zu Nationalsozialismus
Moringen/Kr. Northeim (epd). Die KZ-Gedenkstätte Moringen verleiht künftig einen Bücherkoffer mit Literatur über den Nationalsozialismus an Schulklassen und Jugendgruppen. Der Koffer enthält 80 Titel zu Themen wie Ausgrenzung und Verfolgung, aber auch zu Zivilcourage und Widerstand, sagte am Montag der Leiter der Gedenkstätte, Dietmar Sedlaczek. Es handele sich um Romane, Jugendbücher, Zeitzeugenberichte und Sachbücher.

Verlage und Buchhandlungen stellten die Bücher kostenlos zur Verfügung. Die Idee zu dem Projekt hatte ein 15-jähriger Schüler aus Einbeck, der in der Gedenkstätte ein Praktikum leistete. (epd
Niedersachsen-Bremen/b3354/24.10.05)Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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