Verdener Spendenkampagne gegen Neonazis erfolgreich

Nachricht 20. Oktober 2005

Verden (epd). Die Spendenaktion zur Rettung der Verdener Stadthalle vor dem Kauf durch Neonazis ist erfolgreich: In zwei Wochen sind laut "Spendenbarometer" im Rathaus der Stadt rund 224.000 Euro gesammelt worden. Mehr als 1.300 Spender hätten sich beteiligt, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Der Stadthalle droht wegen Insolvenz des Investors die Zwangsversteigerung. Bürger hatten davor gewarnt, dass Neonazis die Situation ausnutzen und das Zentrum kaufen könnten.

Ziel der Kampagne war es, mindestens 200.000 Euro zu sammeln, damit der Kauf flankiert durch eine Bürgschaft der Stadt abgesichert werden kann. In ähnlichen Fällen habe der rechtsextreme Jürgen Rieger bereits zugeschlagen, warnte Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann (SPD). Er ist Vorstandsmitglied im "Trägerverein Verdener Kulturflügel", der das Gebäude noch vor einer Zwangsversteigerung kaufen will, um es kostenfrei für gemeinnützige Kultur, Gruppen und Vereine zu öffnen.

Rieger hat bereits den "Heisenhof" im nahe gelegenen Dörverden, ein Kino in der Altstadt von Hameln und einen Gasthof im thüringischen Pössneck ersteigert oder gekauft. Viele Verdener befürchten, dass Neonazis die Stadthalle zu einem Treffpunkt für die rechtsextreme Szene mit Aufmärschen und Konzerten umfunktionieren könnten.

Neben vielen anderen Institutionen unterstützt auch die hannoversche Landeskirche zusammen mit dem Verdener Superintendenten Dieter Rathing die Spendenaktion. Geld für die Kampagne unter dem Motto "Rettet die Stadthalle - für alle" kann weiterhin auf das Konto 19010040 bei der Kreissparkasse Verden (Bankleitzahl 29152670) überwiesen werden. Alle Spenden würden komplett für den Kauf und die Entschuldung der Stadthalle eingesetzt, hieß es. (epd Niedersachsen-Bremen/b3321/19.10.05)
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