Vulkanausbruch, Hurrikan und Erdbeben in El Salvador

Nachricht 10. Oktober 2005

Delmenhorsterin kümmert sich um Behinderte nach Katastrophe

Von Jörg Nielsen (epd)

Delmenhorst/San Salvador (epd). Die aus Delmenhorst stammende Behinderten-Pädagogin Katharina Pförtner arbeitet derzeit unter dramatischen Bedingungen in El Salvador. Ein Vulkanausbruch, ein Hurrikan und am Freitag auch noch ein Erdbeben der Stärke 6,2 sorgten in den vergangenen zehn Tagen für chaotische Zustände und viele Tote in dem Land. Besonders schwierig ist es, die Hilfe für die behinderten Menschen außerhalb der Hauptstadt San Salvador zu organisieren, schreibt Pförtner, Mitarbeiterin der Christoffel-Blindenmission, in einer E-Mail.

"Ich war gerade in einem Flüchtlingslager, dort herrschte Panik", berichtet die Pädagogin. "Auch mich hat das alles stark beeindruckt.
Als erstes kaufen wir Lebensmittel, um die Menschen, die nicht heraus können, zu verpflegen. Wir verteilen Plastikplanen, um den Erdboden rund um die betroffenen Häuser, in denen noch Menschen leben, vor weiterer Aufweichung zu schützen. Es soll auch noch in den nächsten Tagen weiter regnen, eine neue tropische Gewitterfront wird erwartet."

Die Behinderten und Kinder würden in dieser chaotischen Situation überhaupt nicht betreut: Viele irrten hilflos durch die Gegend und seien auf die Zuwendung anderer angewiesen. Seit 13 Jahren lebt Pförtner mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Mittelamerika. Für die christliche Blindenmission betreut und berät sie in ganz Zentralamerika Reha-Projekte mit Behinderten und den örtlichen Kirchengemeinden.

Mehr als 65.000 Menschen seien derzeit in Flüchtlingslagern untergebracht, weil ihre Häuser zerstört oder einsturzgefährdet seien, schreibt Pförtner. Da es keine psychologische Betreuung gebe, litten vor allem Kinder und Blinde unter den Folgen der Katastrophe. Keinen Kontakt gebe es zu den vielen Ortschaften im Landesinneren. Benötigt würden vor allem Geldspenden, da es im Land noch alles zu kaufen gebe, schreibt Pförtner.

In den Gebieten, wo die Projekte der Mission erfolgreich mit den lokalen Behörden zusammen arbeiteten, sei die Lage für die behinderten Menschen weniger dramatisch. So habe der Bürgermeister von Santo Tomás in der Nähe der Hauptstadt besondere Transporte für die Behinderten organisiert und sich um die medizinische Betreuung der Menschen gekümmert.

Die Katastrophe zeige, wie wichtig die Integration der behinderten Menschen in die Dorfgemeinschaft sei, so die Delmenhorsterin:
"Behinderung ist ein Bestandteil von Armut. Mehr als die Hälfte aller Behinderungen könnten verhindert werden und hängen direkt mit der Armut in der Familie zusammen." Die Christoffel-Blindenmission ruft zu Spenden unter dem Stichwort "El-Salvador" auf (Konto 2020 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00. Internet:
www.christoffel-blindenmission.de)
(epd
Niedersachsen-Bremen/b3217/10.10.05)
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