Kirchengericht weist Klage gegen Homo-Segnungen ab

Nachricht 10. Oktober 2005

Hannover/Wolfenbüttel (epd). Eine Klage gegen die Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften in der braunschweigischen Landeskirche ist am Montag vom kirchlichen Rechtshof in Hannover als unzulässig abgewiesen worden. Landesbischof Friedrich Weber appellierte daraufhin in Wolfenbüttel an alle Beteiligten, die Unterschiede in den Überzeugungen nicht schwerer zu gewichten als das, was Christen gemeinsam sei. Nun sei die weitere Klärung in Theologie und Gesellschaft abzuwarten.

Das Kirchenparlament der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig hatte sich im Jahre 2003 dafür ausgesprochen, die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zu ermöglichen, wenn der jeweilige Kirchenvorstand zustimmt. Mehrere Gemeinden erhoben daraufhin Klage gegen diesen Synodenbeschluss. In einer mündlichen Verhandlung vor dem Rechtshof der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen argumentierten sie Ende September, damit werde eine bisher unzulässige Amtshandlung erlaubt.

Synodenpräsident Gerhard Eckels aus Braunschweig zeigte sich am Montag erfreut über das Ende des Rechtsstreits. Die Organe der Landeskirche sollten sich nun "den wirklich drängenden Problemen der Kirche zuwenden", sagte er einer Mitteilung der Landeskirche zufolge. Das Interesse an der Segnungsfrage sei marginal, und keine Gemeinde werde zu solchen Segnungen gezwungen. Seit der Synodentagung sei keine öffentliche Segnung bekannt geworden.

Das Landeskirchenamt und der Synodenpräsident sehen sich durch das Urteil in ihrer Rechtsauffassung bestätigt: Nur Organe der Landeskirche, nicht aber Kirchengemeinden könnten vor dem Rechtshof klagen. Im Übrigen sei der Synodenbeschluss nur eine Kundgebung gewesen, die keine neue Amtshandlung einführe. Die ausführliche Begründung des Rechtshof-Urteils steht noch aus.

Die Klage beim Rechtshof der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen war bereits der zweite juristische Versuch, den Segnungsbeschluss außer Kraft zu setzen. Unter Berufung auf die Bibel, ihr christliches Bekenntnis und das Leitbild von Ehe und Familie hatten Gegner zuvor bereits vergeblich versucht, das Verfassungs- und Verwaltungsgericht der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) anzurufen. Dieses Gericht hatte sich für nicht
zuständig erklärt. (epd Niedersachsen-Bremen/b3224/10.10.05)
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