Auf einen Blick (12.9.)

Nachricht 12. September 2005

Kirchliche Männerarbeit fordert gerechtes Bildungssystem
Bad Bederkesa (epd). Die Männerarbeit der hannoverschen Landeskirche hat sich für ein Bildungssystem mit gleichen Zugangschancen für alle sozialen Schichten eingesetzt. Internationale Schulvergleichstests wie die PISA-Studie zeigten, dass in Deutschland zu sehr aussortiert werde, kritisierte Geschäftsführer Jens-Peter Kruse am Montag nach der jährlichen Landesarbeitstagung der Männerarbeit. Das dreitägige Treffen im Evangelischen Bildungszentrum Bad Bederkesa bei Bremerhaven stand unter dem biblischen Motto "Gerechtigkeit erhöht ein Volk".

Der Stader Regionalbischof Manfred Horch forderte zum Abschluss der Wochenend-Tagung einen gerechten sozialen Ausgleich. Bei allen lobenswerten Bemühungen, das Steuerrecht zu vereinfachen, müssten die Stärkeren gemäß ihrer Leistungsfähigkeit mehr zahlen. "Die Lasten des Sozialstaates müssen gerecht verteilt werden, nicht nur auf die Erwerbseinkommen", sagte der Landessuperintendent des größten Sprengels der hannoverschen Landeskirche.

Es gehe auch um mehr Gerechtigkeit für Familien, ergänzte er. Die Gesellschaft müsse honorieren, was Eltern mit ihrer Kindererziehung für die Zukunft leisteten: "Familien sind noch immer im Nachteil, steuerlich und sozial - bis hin zur Höhe der Renten."

Am dritten Sonntag im Oktober (16. Oktober) feiern die evangelischen Landeskirchen in Deutschland bundesweit ihren traditionellen "Männersonntag". Unter dem Motto "Wohin sollen wir gehen? - Was Männern Sinn gibt" werden spezielle Gottesdienst mit anschließendem Frühschoppen, Wanderungen und anderen Aktionen vorbereitet. (Nähere Informationen unter Telefon 0511/1241-410). (epd Niedersachsen-Bremen/b2898/12.09.05)
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"Soll ich meines Bruders Hüter sein?"
VELKD veröffentlicht Buch über das Verhältnis von Kirche und Diakonie

Hannover – Unter dem Titel "Soll ich meines Bruders Hüter sein?" (102 Seiten, 7,80 Euro) ist jetzt eine neue Veröffentlichung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) erschienen. Das Buch bietet "Erkundungen und Reflexionen zum spannungsreichen Verhältnis von Kirche und Diakonie", so der Untertitel. Es dokumentiert die Vorträge, die beim 51. Pastoralkolleg der VELKD gehalten wurden. U.a. enthält es Beiträge von Prof. Dr. Reinhard Schmidt-Rost, der in Bonn Praktische Theologie lehrt und das Pastoralkolleg der VELKD leitet, von Dr. Lothar Stempin, Landespfarrer für Diakonie und Direktor des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, sowie von Joachim E. Christoph, Vizepräsident des Lutherischen Kirchenamtes der VELKD in Hannover.. Herausgeber der Publikation sind Reinhard Schmidt-Rost, Oberkirchenrat Dr.. Norbert Dennerlein, der bei der VELKD u.a. für das Pastoralkolleg zuständig ist, und Oberkirchenrat Udo Hahn, Pressesprecher der VELKD.

Im Vorwort heißt es: "Die Diakonie, das Markenzeichen der christlichen Kirchen in Deutschland, fährt wirtschaftlich auf stürmischer See. Staatliche Regulierungsmaßnahmen, marktwirtschaftliche Deregulierungen, technische Fortschritte der Medizin, demographische Entwicklungen und Erosionserscheinungen in kirchlichen Einrichtungen u.a.m. gefährden vor allem kleinere Einrichtungen, die personenbezogene Hilfeleistungen anbieten, erheblich, aber nicht nur sie. Krankenhäuser werden verkauft, Altenheime insolvent, Kindergärten geschlossen. Die großen Träger behaupten sich noch am Markt und gegenüber dem Staat." Aber gerade deshalb drängten sie auf weitere Konzentration der Kräfte, auf Profilierung des Angebots und verbesserte Ausbildung, insbesondere für Führungsaufgaben. "Die Lage wird durch ein anderes Konkurrenzproblem massiv erschwert, das verleugnet wird, weil es eigentlich gar nicht sein darf: Kirche und Diakonie sitzen keineswegs überall 'in einem Boot'‚ jedenfalls nicht ohne weiteres freiwillig und da und dort nicht einmal von ihrem Wesen her; 'die' verfasste Kirche und 'die' Diakonie in Deutschland können gar nicht als Einheit auftreten, weil sie nach Herkunft und institutioneller Verfassung große Unterschiede aufweisen und nur lokal oder regional partiell gut zusammenarbeiten." Die Frage des Zusammenwirkens von Kirche und Diakonie stehe auf der Tagesordnung beider und müsse dringend bearbeitet werden.
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30177 Hannover
Tel.: 0511/62 61 - 236
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Neue Schriftenreihe zur Orgelkultur in Nordeuropa
Posthausen/Kr. Verden (epd). Musikexperten haben eine neue wissenschaftliche Schriftenreihe mit Beiträgen zur Orgelkultur in Nordeuropa herausgegeben. Der erste Band beschäftige sich mit der Restaurierung denkmalgeschützter Instrumente durch die Wilhelmshavener Orgelbau-Firma Führer, sagte Professor Harald Vogel am Montag nach der Vorstellung in Posthausen bei Bremen. Vogel ist der künstlerische Leiter von "NOMINE", einem Zusammenschluss, der sich für die norddeutsche Orgelmusik in Niedersachsen und Europa einsetzt.

Die Dokumentation umfasst zwei Teile mit zusammen 900 Seiten. Als zweiter Band erschien zeitgleich ein Choralbuch für historische Orgeln.
Es helfe allen Kirchenmusikern, die auf alten und oft höher gestimmten Orgeln spielten, erläuterte "NOMINE"-Geschäftsführer Peter Golon. Mit dem Notenmaterial könne der Gemeindegesang in angenehmer Tonlage begleitet werden. Die Bände sind im Wilhelmshavener Florian-Noetzel-Verlag erschienen und können über die Geschäftsstelle von "NOMINE" in Stade bezogen werden (Internet: www.nomine.net, Telefon:
04141/778385).

"NOMINE" ist ein Modellprojekt der Orgelakademie in Stade und des "Organeums" im ostfriesischen Weener. Die vom Land Niedersachsen, der Stiftung Niedersachsen und der Klosterkammer Hannover geförderte Arbeitsgemeinschaft will die herausragende Bedeutung der Orgelkulturlandschaft zwischen Hamburg und dem niederländischen Groningen vermitteln.

Dieses Gebiet an der südlichen Nordseeküste gilt unter Fachleuten als reichste Orgellandschaft der Welt. Zu seinen Schätzen gehört ein historischer Orgelbestand von etwa 500 Instrumenten aus sechs Jahrhunderten. Bekanntester Orgelbaumeister der Region ist Arp Schnitger (1648-1719), der allein etwa 170 Orgeln geschaffen haben soll.
Instrumente von ihm sind vor allem in den Niederlanden, in Deutschland und in Portugal erhalten. (epd Niedersachsen-Bremen/b2902/12.09.05)

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