Vizepräsident: Christentum hat Konkurrenz bekommen

Nachricht 05. September 2005

Hannover (epd). Die evangelische Kirche braucht nach Auffassung des Geistlichen Vizepräsidenten im hannoverschen Landeskirchenamt, Martin Schindehütte, in Zukunft offene, dialogfähige und verantwortungsbereite Kirchenvorsteher. "Unsere christlichen Antworten haben Konkurrenz bekommen", schreibt er in der Mitarbeiterzeitschrift "Dialog", die Anfang September in Hannover erschienen ist.

Die Fragen nach Gott, Sinn und Orientierung würden heute nicht mehr selbstverständlich mit dem christlichen Glauben in Verbindung gebracht, so Schindehütte: "Die Menschen wollen wählen können." Zudem kämen durch die geringer werdenden Finanzmittel der Kirche schwierige Aufgaben auf die ehrenamtlichen Kirchenvorsteher zu. Vieles lasse sich nicht mehr wie früher professionalisieren und an bezahlte Hauptamtliche delegieren: "Wir sind viel mehr, als wir lange dachten, auf die Ressourcen unserer Mitglieder verwiesen."

Dabei entdecke die evangelische Kirche eine seit der Reformation geltende Grundstruktur neu: Sie sei ihrem Wesen nach eine Kirche des Ehrenamtes und des persönlichen Engagements. Hauptamtliche hätten die Aufgabe, die Ehrenamtlichen zu befähigen, zu unterstützen, sie zu begleiten und ihnen ein kritisches Gegenüber zu sein. Schindehütte äußerte sich anlässlich der bevorstehenden Kirchenvorstandswahl im Frühjahr 2006. Dann werden in den rund 1.400 Gemeinden der hannoverschen Landeskirche mehr als 10.000 Kirchenvorsteher neu gewählt. (epd Niedersachsen-Bremen/b2829/05.09.05)
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Hinweise:
www.kirchenvorstandswahl2006.de
www.Gemeinde-leiten.de