Auf einen Blick (1.9.)

Nachricht 01. September 2005

Ratstagung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Jerusalem vom 31.8. bis 6.9. / Berichterstattung unter www.lutheranworld.org
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Die Werte der Deutschen: Vertrauen, Sicherheit, Harmonie
Umfrage: Religiosität abgeschlagen auf dem letzten Platz
M ü n c h e n (idea) - Vertrauen, Sicherheit, Harmonie und Verantwortung sind den Deutschen die wichtigsten Werte. Das Bedürfnis nach Religion hat dagegen eine geringe Bedeutung. Das ergab eine Umfrage der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung im Rahmen ihrer Generationenstudie 2005. Rund 2.500 Personen wurden unter anderem danach befragt, welche Bedeutung 22 von der Stiftung vorgegebene Werte für ihr Leben haben. Auf einer Skala von eins bis sieben erhielt Vertrauen eine durchschnittliche Bewertung von 5,8 Punkten. Es folgen Sicherheit, Harmonie und Verantwortung mit jeweils 5,5 Punkten. Privatleben, Macht und Religiosität liegen dagegen mit Durchschnittswerten von 4,8, 4,6 und 4,1 Punkten abgeschlagen auf den letzten Plätzen. Allerdings habe sich nach Angaben der Stiftung speziell die Bedeutung der Religiosität in den letzten Jahren deutlich gewandelt: Bei einer ähnlichen Umfrage im Jahr 2002 erhielt dieses Stichwort nur 3,4 Bedeutungspunkte. Weiterhin bestünden große Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland: Bei den Befragten in den Neuen Bundesländern erreichte Religiosität nur 3,6 Bedeutungspunkte. (01.09.05/11:15)
Copyright: Evangelische Nachrichtenagentur idea
E-Mail: idea@idea.de

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225 Jugendliche beginnen Soziales Jahr
Hannover, 01. September 2005. In diesen Tagen haben 225 junge Erwachsene in diakonischen Einrichtungen der Landeskirche Hannovers ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) begonnen. Sie arbeiten nach Wunsch mit behinderten oder alten Menschen, in Krankenhäusern oder Sozialstationen, in Kindergärten, Jugendhilfeeinrichtungen oder in Mutter-Kind-Kurheimen. Die Nachfrage nach einem Diakoniejahr ist weiterhin ansteigend: Über 600 Bewerbungen gingen beim Diakonischen Werk der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers ein.

Auch 24 Jugendliche aus anderen europäischen Ländern können durch das Programm „FSJ – Fit für Europa“ die diakonische Arbeit in Deutschland kennen lernen. Die 22 junge Frauen und 2 Männer, die aus Polen, Belarus, Russland oder Georgien kommen, arbeiten für 12 Monate in einem Altenheim, in einer Schule für körperbehinderte Kinder, in einem Multiple-Sklerose-Pflegeheim, bei der Seemannsmission in Bremerhaven oder in der Betreuung von Menschen mit Behinderung. In Seminaren werden sie auf ein Leben in Deutschland vorbereitet und besonders pädagogisch begleitet.

Die jungen Erwachsenen erhalten neben einem Taschen‑ und Verpflegungsgeld häufig auch eine kostenlose Unterkunft. In begleitenden Seminaren werden u.a. die Erfahrungen gemeinsam mit anderen jungen Frauen und Männern im FSJ reflektiert und Perspektiven zur Berufs­- und Lebensplanung erarbeitet. Auch anerkannte Kriegsdienstverweigerer können statt Zivildienst ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren.

Nähere Informationen: www.fsj-in-niedersachsen.de

Bernd S. Prigge
Pressesprecher des Diakonischen Werkes der
Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
www.diakonie-hannovers.de
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Landessuperintendent für Zusammenhalt der Generationen
Lüneburg (epd). Der Lüneburger Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen hat am Donnerstag in Lüneburg für den Zusammenhalt der Generationen geworben. Eltern brauchten mehr Unterstützung, sagte der Regionalbischof bei einer Veranstaltung der Handwerkskammer Lüneburg-Stade zum demographischen Wandel in Deutschland. "Eine Gesellschaft, die zulässt, dass Kinder zum Armutsrisiko werden, stellt sich selbst in Frage und geht früher oder später zugrunde."

Das biblische Wort "Seid fruchtbar und mehret euch" sei kein Argument gegen Empfängnisverhütung, sondern ein Segenswort, erläuterte Jantzen. Es sei wichtig, das zu erkennen und Vertrauen in die Zukunft zu gewinnen. Zugleich dürften ältere Menschen nicht diskriminiert werden, sagte der evangelische Theologe. Im Jahr 2050 werde Prognosen zufolge die Hälfte der deutschen Bevölkerung älter als 48 Jahre sein.

"Die Debatte um die demographische Entwicklung bietet die Chance, dass wir uns von dem Jugendwahn befreien, als wäre nur der junge, schöne und gesunde Mensch etwas wert", sagte Jantzen weiter. Lebensleistung und Lebenserfahrung älterer Menschen sollten gewürdigt und genutzt werden.
Auch diejenigen, die krank und auf Pflege angewiesen sind, hätten Anspruch auf größtmögliche Lebensqualität und Zuwendung.

Unter dem Motto "Demographischer Wandel - Chancen erkennen, jetzt handeln!" diskutierten Experten aus Handwerk, Freizeitforschung und Krankenkassen darüber, wie sich speziell das Handwerk auf die Altersstruktur der Zukunft einstellen kann. Die Handwerkskammer hatte gemeinsam mit dem landeskirchlichen Dienst für Handwerk und Handel und dem IKK-Landesverband Niedersachsen zu den Gesprächen eingeladen. (epd Niedersachsen-Bremen/b2800/01.09.05)

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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Landesarbeitstagung der Männerarbeit vom 9. – 11. September im Evangelischen Bildungszentrum Bad Bederkesa
„Gerechtigkeit“ ist in der Bibel ein Schlüsselbegriff. Dem stellte sich die Männerarbeit im Haus kirchlicher Dienste, als sie frühzeitig das Thema für die Landesarbeitstagung 2005 festlegte: „Gerechtigkeit erhöht ein Volk“. Dabei sollte es u.a. um Fragen der sozialen Gerechtigkeit, um gerechte Beziehungen zwischen den Geschlechtern und um Lebensmöglichkeiten kommender Generationen gehen. Gerechtigkeit ist aber auch ein zentrales Thema des laufenden Bundestagswahlkampfs. Eine Woche vor der Wahl erhält die Landesarbeitstagung der Männerarbeit in Bad Bederkesa deshalb unverhofft ein sehr politisches Profil.

„Was ist gerecht?“ Antworten auf diese Frage suchen zum Beispiel die Bundestagsabgeordnete Dr. Margrit Wenzel, der Landwirt Gerhard Eimer, der Arbeitgeber Martin Schmidt und Klaus Rosche, Betriebsratsvorsitzender der Lloyd Weft in Bremerhaven. Die Moderation hat Walter Punke, Referent des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA). „Dabei geht es jedoch nicht um politische Schlagworte“, betont Jens-Peter Kruse, Leiter der Männerarbeit. „Der Begriff der Gerechtigkeit umfasst sowohl den engeren juristischen als auch den ethisch-sozialen Bereich heiler und heilsamer Beziehungen. Diese – auch unsere Beziehung zu Gott – wollen wir beleuchten.“

Die Tagung beginnt am Freitag, den 9. September, mit einem gemeinsamen Einstieg in das Thema. Am Samstag gibt Pastor Jürgen Morgenstern, Landesmännerpfarrer und Beauftragter des KDA in Sachsen, biblische Impulse zu Fragen der Gerechtigkeit: Nach biblischem Verständnis entspringt die menschliche Gerechtigkeit der göttlichen Gnade und soll eine Antwort auf die von Gott erfahrene Zuwendung sein. Ein Abschlussgottesdienst mit Landessuperintendet Manfred Horch beendet die Tagung am Sonntag.

Rückfragen: maennerarbeit@kirchliche-dienste.de