Kein Mensch darf verloren gehen - Diakonie-Perspektiven

Nachricht 26. August 2005

„Ermutigen und Befähigen“ – Gute Ausbildung und Berufsabschlüsse für Jugendliche ein Muss!

Berlin, den 23.August 2005. „Bildung muss künftig noch viel stärker als bisher der Schlüssel für Teilhabe am Arbeitsleben sein. Allen Jugendlichen ist eine solide schulische Bildung und Ausbildung mit auf den Weg zu geben!“ Dies sei gegenwärtig eine der dringendsten gesellschaftlichen Aufgaben, so Dr. h. c. Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes der EKD in Berlin. Es sei außerordentlich besorgniserregend, „dass 70.000 der arbeitslos gemeldeten Jugendlichen ohne Schulabschluss dastehen – das ist annähernd jeder dritte – und 200.000 jugendliche Arbeitslose keinen Berufsabschluss haben.“

An dieser Stelle müssten gezielt Fördermaßnahmen ansetzen, um zu verhindern, dass junge Menschen früh in einer Sackgasse der Armut stecken bleiben.
Der Gesetzgeber hat bei der Schaffung des SGB II die besondere Förderung Jugendlicher versprochen. „Das Versprechen des „Förderns“ bleibt aber Makulatur, wenn Jugendliche ohne Abschlüsse in kurzfristige Arbeitsverhältnisse vermittelt werden, ohne dass für ihre weitere Qualifizierung gesorgt wird.“ Dass dies durchaus möglich ist, zeigen Projekte unter dem Dach der Diakonie, wo jährlich etwa 4.000 Jugendliche ihren Hauptschulabschluss oder berufliche Qualifikationen in gut 20 verschiedenen Berufsbildern erwerben können.

„Wenn wir jungen Menschen das sichere Gefühle geben wollen, dass sie gebraucht werden, wenn wir ihre Neugier und ihre Lust zu Engagement fördern, sie in ihrer Arbeitsfähigkeit stützen und ihnen Perspektiven geben wollen, dann sind deutliche Korrekturen am bisherigen Konzept des sogenannten „Fordern und Fördern“ nötig.“, so Gohde. Jugendliche müssten ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln können, das ihnen Stabilität gibt.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass mehr als ein Drittel aller Jugendlichen pessimistisch in die Zukunft blickt, weil die Sorge vor drohender Arbeitslosigkeit drückt.“ Es gehe auch nicht an, dass eine Viertelmillion junger Menschen ohne Ausbildungsplatz sei, weil es einen eklatanten Mangel an Lehrstellen gibt.

Einen speziellen, angepassten Zuschnitt fordert Gohde auch für Maßnahmen, die sich gezielt an ältere Arbeitslose, Langzeitarbeitslose und Benachteiligte richten. „Statt Menschen, die in soziale Notlage geraten sind, dauerhaft zu alimentieren, muss eine sozial gerechte Arbeitsmarktpolitik die Betroffenen entsprechend ihren Kräften und Möglichkeiten zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben aktivieren“, so Gohde. Dies fördere die Menschen. „Es entspricht dem christlichen Glauben, der die Personalität und die Würde des Menschen in den Mittelpunkt stellt.“

Die Diakonie macht jährlich über 25.000 schwer vermittelbare Arbeitslose fit für den Arbeitsmarkt. Beschäftigungsunternehmen fördern gezielt Frauen, 40 Prozent der Beschäftigten sind weiblich. Alphabetisierungskurse, Computer-Führerschein, Maschinenschein, Schweißerschein, Führerschein – das sind nur einige Aspekte aus dem breitgefächerten Förder-Angebot. Im sozialen Bereich gehören Beratung bei Schuldenregulierung, Wohnungssuche und beim Umgang mit Sucht sowie Rechtsfragen zum Angebot.


Barbara-Maria Vahl
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