Auf einen Blick (26.8.)

Nachricht 26. August 2005

"Woche der Diakonie" zu Armut und Hartz IV
Verden/Hannover (epd). Die Auswirkungen der Arbeitsmarktreform Hartz IV auf die Armutsentwicklung bestimmen thematisch die niedersächsische "Woche der Diakonie". Sie beginnt nach Auskunft der Organisatoren am 4.
September mit einem Gottesdienst im Dom von Verden bei Bremen. "Wenn Armut Mauern baut" lautet das Motto der Woche, zu der Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach dem Gottesdienst ein Grußwort sprechen wird.

Schon in der nächsten Woche wolle das Diakonische Werk der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers seinen aktuellen Jahresbericht veröffentlichen, kündigte Diakonie-Sprecherin Isabel Martin an. Nach acht Monaten Hartz IV schildere die Diakonie ihre Erfahrungen unter anderem mit Ein-Euro-Jobs. Mit Beispielen aus Suchthilfe, Schwangerschaftskonfliktberatung und Kindertagesstätten erläutern die Sozialexperten den Einfluss der Reform auf die Armut.

Der Festgottesdienst zur Eröffnung der Woche wird von Superintendent Dieter Rathing geleitet und beginnt um 11.30 Uhr im Verdener Dom. Es predigt der Direktor der Konferenz Diakonischer Werke in Niedersachsen, Henning Brandes (Hannover). Mit einem "Markt der Diakonie" vor dem Dom informieren im Anschluss die diakonischen Einrichtungen im Kirchenkreis Verden über ihre Arbeit. Das hannoversche Diakonische Werk ist der größte Sozialverband der evangelischen Kirchen in Niedersachsen. Zu ihm gehören nach eigenen Angaben 3.000 soziale Einrichtungen mit 37.000 Beschäftigten. (epd Niedersachsen-Bremen/b2719/26.08.05)
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Köhler appelliert an Wirtschaft: Mehr ausbilden
Hannover (epd). Bundespräsident Horst Köhler hat an die deutschen Unternehmer appelliert, mehr Jugendliche auszubilden. "Das ist eine Investition nicht nur ins eigene Unternehmen, sondern in die ganze Gesellschaft", sagte er am Donnerstag bei einem Besuch der diakonischen Einrichtung "Pro Beruf" in Hannover. Ausbildung sei eine der vornehmsten Pflichten der jungen Generation gegenüber: "Bildung ist das Wichtigste, was die Gesellschaft geben kann."

Er hoffe, dass bis zum Ende des Jahres noch zahlreiche Firmen Auszubildende einstellten, sagte Köhler. Auch diejenigen, die bisher noch keine Ausbildungsstelle gefunden haben, müssten eine Chance bekommen. Bildungspolitik und Ausbildungspolitik müssten in Deutschland stets eine Priorität haben: "Hier darf nicht am falschen Ende gespart werden." Eine schlechte Ausbildung sei eine der Hauptursachen für die Arbeitslosigkeit. Er sei deshalb froh, dass Einrichtungen wie "Pro Beruf" jungen Menschen mit geringeren Chancen beim Start in das Berufsleben zur Seite stünden.

"Pro Beruf" hat im vergangenen Jahr rund 160 junge Erwachsene in einer eigenen Fahrrad-Werkstatt, einer Tischlerei und einem Malerei- und Gastronomie-Betrieb auf den Arbeitsalltag vorbereitet. Zwei Drittel von ihnen konnten in eine Ausbildung oder eine Beschäftigung vermittelt werden. 15 Jugendliche wurden in der Einrichtung selbst ausgebildet, 23 erlangten durch die Unterstützung von "Pro Beruf" den Hauptschulabschluss. Die Organisation berät auch Schüler bei der Lehrstellensuche. Die Vermittlungsquote lag 2004 bei 73 Prozent.

Die Initiative wurde 1979 von der evangelischen Titus-Gemeinde in Hannover gegründet. Pastor Eckard Bretzke bemerkte damals im kirchlichen Jugendkeller, dass viele Jugendlichen keine Arbeit hatten.
Bundespräsident Köhler sagte bei seinem Besuch direkt an die Jugendlichen gewandt: "Bleibt geduldig. Auch wenn Ihr Euch manchmal durch die Anforderungen quält: Am Ende ist es besser. Eine Garantie kann Euch niemand geben. Aber es gibt immer Möglichkeiten, auch wenn es schlecht aussieht." Köhler und seine Frau signierten ein Kanu, das in der Tischlerei von "Pro Beruf" angefertigt worden war. (epd
Niedersachsen-Bremen/b2709/25.08.05)
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EKD fordert mehr Hilfe für benachteiligte Kinder
Hannover (epd). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, hat mehr Hilfe für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in der Bildung angemahnt. Bildung sei ein Schlüssel für die Zukunft der Gesellschaft, erklärte Huber am Donnerstag in Hannover als Reaktion auf den neuen Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung. "Von Kindern und Jugendlichen hängen Gegenwart und Zukunft unserer Gesellschaft ab."

Die Zukunftschancen von Kindern allein erziehender Eltern oder junger Menschen aus ausländischen Familien würden jedoch immer problematischer, beklagte Huber. Er begrüßte den Jugendbericht grundsätzlich. Die Studie konzentriere sich nicht auf einzelne Bildungsinstanzen, sondern betrachte das Bildungsgeschehen von Kindern und Jugendlichen insgesamt. Dies sei richtig, so der Bischof. Dabei würdige der Regierungsbericht die Bedeutung der Familie für die Bildung besonders in den ersten Lebensjahren.

Es sei eine gesellschaftliche Kernaufgabe, junge Menschen "auf dem Weg des Erwachsenwerdens zu fördern und dafür die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen", fügte Huber hinzu. Die evangelische Kirche verstehe Bildung als Zusammenhang von Wissen und Können sowie der Vermittlung von Werten und Lebenssinn. Die Kirche trage mit Kindertagesstätten und evangelischen Schulen sowie mit vielfältigen außerschulischen Bildungsangeboten der Kinder- und Jugendarbeit, der Familien- und Erwachsenbildung einen wesentlichen Teil dazu bei.

Die Familien benötigten zudem mehr Unterstützung in Form von "lebensweltnahen Bildungs- und Informationsangeboten sowie helfenden Netzwerken", fügte der Berliner Bischof hinzu. Als Beispiel nannte er Vorschläge für so genannte "Häuser für Familien". Huber: "Die evangelische Kirche ist bereit, sich an diesen Angeboten aktiv zu beteiligen." Von der Politik forderte er die Schaffung von finanziellen Rahmenbedingungen, die besonders die Kommunen in den Stand versetzen, die notwendigen Angebote vor Ort zu schaffen oder auszubauen. (epd
Niedersachsen-Bremen/b2710/25.08.05)
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Pastoren-Konvent berät über kreativen Gottesdienst
Göttingen/Hildesheim (epd). Die Pastorinnen und Pastoren im evangelischen Sprengel Göttingen wollen bei ihrem Generalkonvent am 31. August überlegen, wie Gottesdienste attraktiver gestaltet werden können. Das Treffen findet im neuen Zentrum der Landeskirche für Gottesdienst und Kirchenmusik im Michaeliskloster Hildesheim und damit erstmals außerhalb der Sprengel-Grenzen statt, teilte Landessuperintendent Burghard Krause in Göttingen mit.

Auf der Tagesordnung stehen neben Vorträgen und Workshops zum Thema "Kreativ Gottesdienst feiern" auch Berichte aus dem Perspektivausschuss der Landeskirche sowie aus den Kirchenkreisen. Zum Sprengel Göttingen gehören die Kirchenkreise Göttingen, Herzberg, Holzminden-Bodenwerder, Leine-Solling, Münden und Osterode. (epd
Niedersachsen-Bremen/b2718/26.08.05)
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Hannover: Bischöfin predigt bei Jubiläum des Bachchors
Hannover (epd). Der Bachchor Hannover feiert an diesem Sonntag sein 60-jähriges Bestehen. In einem Festgottesdienst um 10 Uhr in der Marktkirche werde Landesbischöfin Margot Käßmann predigen, kündigte der evangelisch-lutherische Stadtkirchenverband Hannover am Mittwoch an.

Zahlreiche Konzertreisen hätten die Sänger durch Deutschland und Europa geführt, hieß es weiter. Der Bachchor und mit seiner die von dem künstlerischen Leiter, Professor Jörg Straube, gegründeten Schola erfülle als Kantorei auch liturgische Aufgaben in der zentralen Marktkirche.(epd Niedersachsen-Bremen/b2700/24.08.05)
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Chortreffen zur Landesgartenschau in Winsen geplant
Winsen/Kr. Harburg (epd). Die Organisatoren der Landesgartenschau 2006 in Winsen/Luhe laden Chöre aus Norddeutschland ein. Ziel sei es, am 24. und 25. Juni kommenden Jahres Norddeutschlands größtes Chortreffen auf die Beine zu stellen, sagte eine Sprecherin der Landesgartenschau am Donnerstag.

Den Angaben zufolge haben sich bisher mehr als 40 Chöre zu dem Treffen angemeldet und weitere 140 Chöre nähere Informationen angefordert. Die "Landesgartenschau Winsen/Luhe 2006 GmbH" lädt in Kooperation mit dem Chorverband Niedersachsen-Bremen e.V. und dem ortsansässigen Sängerkreis Harburg-Winsen e.V. zu der musikalischen Großveranstaltung mit dem Titel "Der Norden singt" ein.

Zur Landesgartenschau werden an 178 Tagen insgesamt rund 600.000 Besucher erwartet. Unter dem Motto "eine blühende Fantasie" wird das 22 Hektar große Ausstellungsgelände in fünf Bereichen gestaltet.
Informationen gibt es im Internet unter (www.landesgartenschau-winsen.de). Chöre können sich bei Joachim Schuster vom Sängerkreis Harburg-Winsen, Telefon 04173/7544, E-Mail jowschu@t-online.de informieren. (epd Niedersachsen-Bremen/b2711/25.08.05)
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