Landesbischöfin unterstützt weltweite Aktion gegen Armut

Nachricht 24. August 2005

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat sich an der weltweiten Kampagne "Deine Stimme gegen Armut" beteiligt. Am Mittwoch unterzeichnete sie vor dem Oxfam-Shop in Hannover einen Abschnitt eines kilometerlangen weißen Bandes, das am 9. September in Berlin Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) vor seiner Reise zum UN-Gipfel in New York übergeben werden soll. Käßmann betonte, auch die Kirchen setzten sich schon lange für gerechtere Strukturen statt bloßer Almosen ein.

Das Beispiel der Oxfam-Läden, Überfluss zu teilen, wäre auch eine gute weltweite Perspektive, sagte die evangelische Bischöfin. In den Partnerkirchen in Afrika gebe es gute Beispiele, wie wenig Hilfe nötig sei, damit sich Menschen selbst helfen könnten. "Wir werden uns verstärkt für Afrika südlich der Sahara einsetzen", sagte Käßmann. Dort wachse die Armut weiter.

Oxfam-Geschäftsführer Paul Bendix erklärte, dass sich in diesem Jahr Organisationen aus mehr als 70 Ländern mit einem "White Band Day" für einen Durchbruch im Kampf gegen die Armut einsetzen. Hauptziele seien mehr und bessere Entwicklungshilfe, Schuldenerlass für die ärmsten Länder und gerechtere Bedingungen im Welthandel. In Deutschland beteiligten sich rund 80 Organisationen an der Kampagne.

Die deutsche Aktion "Deine Stimme gegen Armut" ist Teil einer weltweiten Kampagne "Global Call to Action against Poverty". Nach dem G-8-Gipfel im Juli in Schottland ist die Diskussion der Millenniums-Entwicklungsziele Mitte September in New York der zweite Zielpunkt der von zahlreichen Prominenten unterstützten Kampagne. Ein dritter werde die Welthandelskonferenz in Hongkong im Dezember sein, sagte Bendix.

Die Hilfsorganisation Oxfam International gehört zu den Initiatoren der weltweiten Kampagne. Oxfam Deutschland betreibt 22 Oxfam-Shops. Unter dem Motto "Wir machen Überflüssiges flüssig" verkaufen ehrenamtliche Mitarbeiter gespendete Kleidung, Bücher und andere Dinge sowie Erzeugnisse des fairen Handels. Mit den Erträgen finanziert Oxfam Projekte zur Armutsbekämpfung und entwicklungspolitische Kampagnen und Lobbyarbeit.

Die im Jahr 2000 vereinbarten Millenniums-Ziele der Vereinten Nationen sind Armutsbekämpfung, Bildung und Gesundheit sowie Gleichstellung der Geschlechter, nachhaltiger Umgang mit der Umwelt und der Aufbau einer weltweiten Partnerschaft für Entwicklung. So soll die Zahl der Hungernden bis 2015 halbiert werden, und alle Kinder sollen bis dahin die Möglichkeit erhalten, eine Grundschule zu besuchen. (epd
Niedersachsen-Bremen/b2691/24.08.05)

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