Evangelische Männer besorgt über häusliche Gewalt

Nachricht 15. August 2005

Braunschweig (epd). Noch immer werden in Deutschland hunderte von Kindern nach Einschätzung der evangelischen "Männerarbeit" in ihren Familien bis zur Todesfolge misshandelt. Die Zahl der Kinder, die durch die eigenen Eltern getötet werden, sei weitaus höher als die der Opfer von Triebtätern, teilte die Kasseler Hauptgeschäftsstelle der "Männerarbeit" mit. Am 17. September lädt sie in Braunschweig zu der Tagung "Schläge vergehen - Der Schmerz bleibt. Männer gegen häusliche Gewalt!" ein.

Die "Männerarbeit" beklagt, dass die Familie für viele Menschen kein Ort der Geborgenheit sei, sondern eher ein Ort der Gefahr. Neuere Untersuchungen zeigten, dass sich das Rollenverhalten der Geschlechter auch bei Gewaltanwendungen gewandelt hat. Immer mehr Wissenschaftler wiesen auf die nicht zu unterschätzenden Fälle hin, in denen Frauen gegen Kinder und Männer gewalttätig würden, heißt es. Dies werde jedoch sowohl wissenschaftlich als auch öffentlich verharmlost.

Professor Joachim Kersten von der Polizeifachhochschule Villingen/Schwenningen wird über das Thema referieren. "Gute Frauen - Böse Männer? Wider die Täter-Opfer-Polarisierung". Zum weiteren Programm gehören unter anderem eine Podiumsdiskussion mit Politikern, Polizisten und Therapeuten und Workshops zu "Wege aus der Gewalt".
Anmeldungen bis zum 8. September bei der Männerarbeit der EKD, Garde-du-Corps-Straße 7, 34117 Kassel, Telefon 0561/710181 (Tagungskosten 15 Euro). (epd Niedersachsen-Bremen/b2653/15.08.05)
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