Landesbischöfin: Welt muss dringend Armut in Afrika bekämpfen

Nachricht 01. August 2005

Hannover/Berlin (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat die Weltgemeinschaft dazu aufgefordert, ihren Blick dringend auf die Armut in Afrika zu richten. Nur so könne das Millenniumsziel, die Zahl der armen Menschen bis 2015 zu halbieren, erreicht werden, sagte sie am Montag in einem vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift "Impression" des Verbandes Christlicher Hoteliers in Berlin. Der Anteil der absolut Armen in Ostasien sei seit 1981 von 57,7 Prozent auf 14,9 Prozent gesunken, in Afrika im gleichen Zeitraum jedoch von 41,6 auf 46,4 gestiegen.

Weiter sprach sich die Bischöfin dafür aus, den fairen Handel zu stärken. Es müsse um mehr Bewusstsein für dessen Existenz geworben werden, noch fehle es an "pfiffiger Werbung". Auch die Politik habe noch nicht erkannt, wie wichtig es sei, sich für den fairen Handel zu engagieren, kritisierte Käßmann. Im Zusammenhang mit der Diskussion der Millenniumsziele müsse auch dieses Anliegen neu auf die politische Tagesordnung kommen.

Ein erster guter Ansatz sei die Informationskampagne "fair feels good", so Käßmann weiter. Hierfür müsse jetzt mit Leichtigkeit und Humor geworben werden, um das Engagement für den fairen Handel aus der Ecke der "Biofreaks" mitten hinein in die Alltagsexistenz zu holen: "Es muss ein positives Gefühl produziert werden, mitzumachen, dabei zu sein und zu denen zu gehören, die sich für fairen Handel engagieren", sagte Käßmann.

Die bundesweite Informationskampagne "fair feels good" der Verbraucher Initiative e.V. läuft seit zwei Jahren und wird vom Bundesentwicklungsministerium gefördert. Ihr Ziel ist es nach eigenen Angaben, über den fairen Handel aufzuklären und die Armut in der Welt zu bekämpfen (www.fair-feels-good.de). (epd
Niedersachsen-Bremen/b2577/01.08.05)
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