Hunger im Niger: Hilfe braucht langen Atem

Nachricht 27. Juli 2005

Neben Soforthilfe ist langfristige Unterstützung dringend nötig

Stuttgart, 27. Juli 2005. „Brot für die Welt“ und die Diakonie Katastrophenhilfe haben davor gewarnt, die Hilfe für die Hungernden im Niger auf die Verteilung von Lebensmitteln zu beschränken. „Um wirklich zu helfen, müssen wir neben dem dringend benötigten Getreide dafür sorgen, dass die Menschen langfristig ihre Lebensumstände verbessern können“, erklärt die Direktorin der kirchlichen Hilfsaktionen, Cornelia Füllkrug-Weitzel. Die gegenwärtige Hungersnot liege vor allem in den wirtschaftlichen und politischen Strukturen des Landes begründet und sei durch die Dürre und die verheerende Heuschreckenplage im vergangenen Jahr nur verschärft worden.

„Nothilfe trägt dazu bei, die Auswirkungen struktureller Probleme zu bekämpfen, stellt aber keine tragfähige nachhaltige Lösung dar“, so Füllkrug-Weitzel. „Wenn sich die Welt um Länder wie den Niger immer nur in letzter Minute kümmert, werden deren Perspektiven immer ungünstiger. Die gegenwärtige Fixierung der Weltöffentlichkeit auf Nothilfe kann einen Teufelskreis auslösen.“

„Brot für die Welt“ unterstützt als eine der wenigen ausländischen Hilfsorganisationen seit vielen Jahren lokale Partner im Niger dabei, mit eigenen Kräften und angepassten Konzepten die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. „Durch Kleinkredite sowie die Förderung von Fischzucht, Garten- und Reisanbau wollen wir vor allem die Nahrungsmittelversorgung auf eine breitere Basis stellen, damit die Bevölkerung weniger anfällig für klimabedingte Krisen wird“, erläutert Füllkrug-Weitzel. Ein besonderer Schwerpunkt liege zudem auf der Anlage von Getreidebanken, die eine bessere Vorratshaltung ermöglichen. „Diese Vorkehrung gegen Krisen ist in den vergangenen Jahren systematisch auf allen Ebenen vernachlässigt worden“.

Die Selbsthilfeprogramme sollen auch dazu beitragen, die Zivilgesellschaft zu mobilisieren, die im Niger sehr schwach ausgeprägt ist. „Diese Projekte müssen in der akuten Krise durch Nothilfeprogramme ergänzt werden, die die Eigenverantwortung und Eigenaktivität der Bevölkerung weiter stärken helfen, statt Ohnmachtgefühle zu vertiefen“, erklärt Füllkrug-Weitzel. Die Diakonie Katastrophenhilfe versorgt derzeit in ihrem weltweiten kirchlichen Verbund ACT (Kirchen helfen gemeinsam) rund 50.000 Menschen in den nigrischen Provinzen Tahoua und Maradi unter anderem mit Hirse, Milchpulver und Tierfutter.

Für die Nothilfe im Niger sowie in den Nachbarländern Mali, Mauretanien und Burkina Faso ist die Diakonie Katastrophenhilfe dringend auf Spenden angewiesen, Kennwort „Sahel“. „Brot für die Welt“ bittet für die langfristige Hilfe um Spenden.

Für die Hilfe im Sahel ist die Diakonie Katastrophenhilfe dringend auf Spenden angewiesen.
Konto 620
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Stichwort: DKH-Sahel


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