Landesbischöfin zur WM: Nicht nur über deutsche Siege jubeln

Nachricht 26. Juli 2005

Hannover (epd). Die deutschen Fußballfans sollten nach Auffassung der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann bei der Weltmeisterschaft 2006 nicht nur über Siege der eigenen Nationalmannschaft jubeln. Sie selbst könne sich auch über Erfolge Kenias oder Südafrikas mitfreuen, sagte die Bischöfin in einem am Dienstag von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Internet
(www.ekd.de) veröffentlichten Interview.

Gott stehe über allen Nationalitäten, und der Glaube verbinde die Völker, sagte Käßmann. Es würde sie freuen, wenn die Deutschen viele Dankgebete sprächen. Einen "Fußballgott" gebe es allerdings nicht. Aber Gott freue sich mit den Gewinnern und stärke den Verlierern den Rücken. Vor allem den Hooligans sage er: "Hey, es ist ein Spiel. Es geht um Spaß an der Sache." Begeisterung für eine Mannschaft könne sie verstehen. Aber es wäre traurig, wenn der Sinn des Lebens sich auf Fußball beschränke.

Als eine gute Idee bezeichnete die evangelische Landesbischöfin den Bau kleiner Kapellen in Fußballstadien wie in Barcelona oder bei Schalke 04. "Spieler, Trainer, Fans haben ja durchaus Kummer, Fragen, das Bedürfnis nach einem stillen Gespräch mit Gott." Sie werde bei Hannover 96 danach fragen.

Wenn sich Gerald Asamoah vor dem Spiel bekreuzige, finde sie das schön, sagte die Bischöfin. Wenn die Kenianer nach einem Tor auf die Knie gingen und Gott dankten, könne sie sich richtig mitfreuen. Positiv äußerte sich Käßmann auch über Hannovers Nationalspieler Per Mertesacker. Er habe ganz bescheiden als Zivi beim Evangelischen Kirchentag mitgeholfen. (epd Niedersachsen-Bremen/b2537/26.07.05)

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