Diakonie Osnabrück will alle Einrichtungen erhalten

Nachricht 19. Juli 2005

Osnabrück (epd). Das Diakonische Werk Osnabrück will trotz zurückgehender Finanzmittel von Kommunen, Land und hannoverscher Landeskirche an seinen zwölf Einrichtungen festhalten. "Wir gehen auch davon aus, dass wir gegenüber den insgesamt 296 Mitarbeitern keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen müssen", sagte der Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Osnabrück, Hans Hermann Hammersen, am Montag vor Journalisten.

Allerdings sei ein Abbau der Arbeitsplätze, vor allem durch die Streichung frei werdender Stellen, nicht zu vermeiden, betonte Hammersen bei der Vorstellung der Sozialbilanz 2004. Allein die Landeskirche habe eine zehn- bis 15-prozentige Kürzung ihrer Einzelzuweisungen in den kommenden zehn Jahren in Aussicht gestellt. Zum Diakonischen Werk Osnabrück gehören unter anderen die Bahnhofsmission, die psychologische Beratungsstelle, die Telefonseelsorge, die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention, die Anlaufstelle für Straffällige, die Seniorenhilfe und die Schwangerschaftskonfliktberatung.

"Den knapper werdenden Mitteln steht eine deutlich steigende Zahl der Rat- und Hilfesuchenden in fast allen Einrichtungen gegenüber", berichtete der Superintendent. Vor allem in der psychologischen Beratungsstelle seien die unsichere Arbeitsmarktlage und die Hartz-IV-Gesetzgebung große Problemfelder. In der Suchtberatung sei eine wachsende Zahl Spielsüchtiger und junger Drogenkonsumenten unter 18 Jahren zu verzeichnen.

Aufgefangen werden solle die anfallende Mehrarbeit durch den verstärkten Einsatz Ehrenamtlicher, die gezielt etwa im Bereich der Seniorenarbeit geschult würden. Allerdings könnten Ehrenamtliche nicht die Aufgaben von Fachkräften zum Beispiel in der psychologischen Beratungsstelle, der Suchtkrankenhilfe oder der Straffälligenhilfe übernehmen, sagte Hammersen.

Außerdem sollten durch das voraussichtlich 2007 bezugsfertige "Haus der Kirche", in dem Einrichtungen von sieben Standorten zusammengefasst würden, die Arbeitsabläufe effizienter gestaltet werden. "Ebenso werden wir uns einem Controlling in allen Bereichen stellen", kündigte Hammersen an. In den Einrichtungen seien zum Teil neue Konzepte in der Erprobung. In der psychologischen Beratungsstelle etwa könnten mit einem bundesweit einzigartigen Konzept mehr Menschen in kürzerer Zeit effizienter behandelt werden. (epd Niedersachsen-Bremen/b2467/18.07.05)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen