Landesbischöfin verteidigt Sparpaket der Landeskirche

Nachricht 07. Juli 2005

Potshausen /Kr. Leer (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat das Sparpaket der Landeskirche über 80 Millionen Euro verteidigt. "Durch die Einsparungen halten wir die Kirche handlungsfähig und werden der kommenden Generation eine funktionierende Landeskirche übergeben", sagte sie am Donnerstag in Potshausen vor Journalisten. Käßmann besuchte den ostfriesischen Generalkonvent, die Versammlung aller lutherischen Theologen im Sprengel.

Während der hannoverschen Landessynode in der vergangenen Woche sei auch ein neuer Zuschnitt der Sprengel von derzeit acht auf fünf oder sechs diskutiert worden, sagte Käßmann. Entschieden werde jedoch erst im November. Erste Diskussionen würden jetzt im Bischofsrat geführt.
Ob Ostfriesland davon betroffen sei, könne noch niemand sagen. "Aber der Sprengel bleibt Teil der hannoverschen Landeskirche", sagte die Bischöfin.

In den Familien wünsche sie sich mehr Spiritualität, sagte die Landesbischöfin weiter. Spiritualität sei keine "kirchliche Wellness", sondern gehöre in den Alltag und die Gemeinschaft mit anderen. Das könne auch ganz schlicht in einem gemeinsamen Tischgebet geschehen. Gerade Kinder sollten mit Gebeten vertraut gemacht werden.
Ihnen müsse vermittelt werden, dass auch sie beten dürfen und sollen.

Außerdem sprach sich Käßmann mit Blick auf die möglicherweise anstehenden Bundestagswahlen für ein gemeinsames Gespräch mit Kirchenvertretern aus ganz Deutschland aus. Dabei könnten "christliche Wahlprüfsteine" entwickelt werden, die beispielsweise die Förderung der Familie oder den Umgang mit Flüchtlingen thematisierten. (epd Niedersachsen-Bremen/b2345/07.07.05)
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