Studie: Pastoren identifizieren sich stark mit Beruf

Nachricht 07. Juli 2005

Hannover (epd). Evangelische Pastorinnen und Pastoren identifizieren sich einer neuen Studie zufolge nach wie vor sehr stark mit ihrem Beruf.
"Die Unkenrufe, Pastor sei ein Beruf wie jeder andere geworden, haben sich nicht bestätigt", sagte der geistliche Vizepräsident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Martin Schindehütte, am Donnerstag vor Journalisten in Hannover bei der Vorstellung der repräsentativen Pastorenbefragung.

Danach sind Pastoren stark an persönlichen Wertvorstellungen orientiert, weniger stark dagegen an der Kirche als Institution. An der Studie beteiligten sich etwa zwei Drittel der rund 2.000 Pastorinnen und Pastoren in der hannoverschen Landeskirche. Zwei ähnliche Befragungen gab es zuvor in Hessen. Die hannoversche Landeskirche ist mit rund 3,1 Millionen Mitgliedern in rund 1.400 Gemeinden die größte evangelische Landeskirche in Deutschland.

Den Ergebnissen zufolge arbeiten Pastoren im Schnitt etwa 55 Stunden pro Woche, sagte der Vorsitzende des Pastorenausschusses der Landeskirche, Pastor Herbert Dieckmann aus Hameln. Freizeit werde oft nicht in Anspruch genommen. Während sie mit ihrem Arbeitsklima meist zufrieden seien, sorgten Gehaltskürzungen für Unzufriedenheit. Ein Pastor verdient etwa so viel ein Studienrat. Gute Noten erhalten Leitungspersonen wie die Landesbischöfin sowie der Kirchenvorstand vor Ort. Weniger gut wird die Kirchenverwaltung beurteilt.

Die Befragung biete eine gute Grundlage, um über das Profil des Pastorenberufs weiter nachzudenken, sagte Schindehütte. Bei knapper werdenden kirchlichen Mitteln müssten die Pastoren künftig stärker im Team arbeiten. Immer wichtiger werde es, Ehrenamtliche zu gewinnen. Die Befragung kostete etwa 45.000 Euro. Die Landeskirche arbeitete dabei mit dem Institut für Wirtschafts- und Sozialethik in Marburg zusammen. (epd
Niedersachsen-Bremen/b2350/07.07.05)
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