Evangelische Landessynode in Hildesheim eröffnet

Nachricht 29. Juni 2005

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Hildesheim/Hannover (epd). Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Hildesheimer St. Michaeliskirche ist am Mittwoch die Frühjahrstagung der hannoverschen Landessynode eröffnet worden. Oberlandeskirchenrat Hans-Christian Brandy rief in einem Vortrag dazu auf, sich neben der klassischen Kirchenmusik auch für Popmusik zu öffnen. Das evangelische Kirchenparlament tagt bis zum Sonnabend in Hannover. Im Mittelpunkt der Diskussionen werden Sparpläne stehen. Ein Tagesbesuch im Michaeliskloster Hildesheim soll das Thema Gottesdienst und Kirchenmusik vertiefen.

"Kirchenmusik ist eines der Erfolgsprodukte unserer Kirche", sagte Brandy. Seit der Reformation habe die Musik die christliche Botschaft in die Häuser und Herzen der Menschen gebracht. "Aber manchmal ist unsere Musik noch zu sehr auf die traditionelle Hochkultur ausgerichtet", so Brandy. Die vielen jungen und älteren Gemeindeglieder, die mit Popmusik aufgewachsen seien, müssten stärker in den Blick kommen. Zu einer vielfältigen Kirchenmusik gehöre auch, dass populäre und moderne Formen in der Ausbildung der Musiker verankert seien.

Laut Brandy sind in der hannoverschen Landeskirche mehr als 150 hauptberufliche und etwa 1.500 neben- und ehrenamtliche Organisten tätig. 24.000 Sängerinnen und Sänger singen in rund 700 Chören, dazu 5.000 Kinder und Jugendliche in speziellen Gruppen. Rund 14.000 Bläser spielen in 800 Posaunenchören. Damit sei die Musik einer der vitalsten Bereiche der Kirche. Für manche sei sie der erste und einzige Kontakt zum christlichen Glauben. Kirchenmusik trage zur kulturellen Prägekraft der Kirche bei.

Der Direktor des Evangelischen Zentrums für Gottesdienst und Kirchenmusik im Michaeliskloster Hildesheim, Jochen Arnold, stellte einen Gospel-Kirchentag in der Landeskirche im Jahr 2008 in Aussicht.
"Wir erleben heute einen regelrechten Gospelboom", sagte er. Gospel könne stark an aktuelle Popmusik anschießen. Deshalb wolle die Fortbildungsstätte Chorleiter und Sänger "mit möglichst authentischem Gospelfeeling infizieren". Zugleich solle der hohe Standard der Kantoreien und Posaunenchöre gesichert werden. Gospelchöre und Bands stünden neben Gregorianik und Bach.

Am Donnerstag beginnt in der Synode die mit Spannung erwartete Debatte über das Sparpapier eines Perspektiv-Ausschusses. Danach soll die Landeskirche bei einem Haushaltsvolumen von derzeit rund 520 Millionen Euro bis 2010 rund 80 Millionen Euro einsparen. Bis 2020 soll das Personal von rund 28.000 Beschäftigten um ein Drittel verringert werden. (epd Niedersachsen-Bremen/b2244/29.06.05)
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