Klagemauer für Erhalt der Evangelischen Fachhochschule

Nachricht 29. Juni 2005

Hannover (epd). Mit einer Klagemauer haben rund 70 Studenten und Mitarbeiter am Mittwoch gegen eine drohende Schließung der Evangelischen Fachhochschule Hannover protestiert. Unter Gongschlägen hefteten sie neben der Marktkirche in Hannover Zettel an, mit denen sie ihre Befürchtungen von Qualitätsverlust bis hin zu "nackter Existenzangst"
äußerten. Die Aktion richtete sich gegen Pläne der Kirchenleitung, die Trägerschaft der sozialen und diakonischen Ausbildungsstätte aufzugeben.

Die Synode der hannoverschen Landeskirche diskutiert in dieser Woche Vorschläge eines Perspektivausschusses, der bis 2010 Ausgaben in Höhe von rund 80 Millionen Euro einsparen will. Dazu gehört eine 35-prozentige Kürzung der Mittel für die Fachhochschule, die bisher 4,4 Millionen Euro jährlich betragen. Gleichzeitig sollen Alternativen für die Ausbildung gesucht werden. An der 1971 gegründeten Fachhochschule werden derzeit mehr als 1.500 Studierende von 56 Dozenten ausgebildet.
Die Studiengänge reichen von der Religionspädagogik bis zu Pflege- und Sozialmanagement.

Die Dozentenschaft bringe protestantische Ethik auch in die übrigen Studiengänge ein, sagte Professor Martin Cordes. Studenten betonten, die Fachhochschule sei eine wichtige Schnittstelle zwischen Kirche und Gesellschaft. Die hier vermittelten christlichen Grundwerte würden auch in nichtkirchliche Einrichtungen ausstrahlen. Hella Pörtner, Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, befürchtet bei einem Trägerwechsel einen Verlust der Qualität, die die Kirche mit großen Investitionen aufgebaut habe.

Die Studenten und Mitarbeiter planen weitere Demonstrationen am Tagungsort der Synode, der Henriettenstiftung, und Nachtwachen vor dem Quartier der Synodalen in der Innenstadt. Der Senat der Fachhochschule hatte bereits in einem Brief an die Synodalen gegen die Pläne protestiert. (epd Niedersachsen-Bremen/b2245/29.06.05)
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