Auf einen Blick (20.6.)

Nachricht 20. Juni 2005

Mission will Passanten Probleme der Blinden vermitteln
Hannover (epd). Bei einem "Erlebnisgang" mit Taststock können Passanten in der hannoverschen Innenstadt von Dienstag an nachempfinden, welche Probleme blinde Menschen täglich bewältigen müssen. Die Christoffel-Blindenmission baut den Gang für drei Tage auf dem Steintorplatz auf, teilte die Mission am Montag mit. Neben dem Taststock sind die Besucher mit einer Spezialbrille ausgestattet, die den "Grauen Star" simuliert. (epd Niedersachsen-Bremen/b2139/20.06.05)
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Lüneburger Gemeinde für "Kindertafel" ausgezeichnet
Lüneburg (epd). Die Paul-Gerhardt-Gemeinde in Lüneburg erhält für ihr Projekt "Kindertafel" das landeskirchliche Siegel "Diakonische Gemeinde". Der Lüneburger Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen übergibt die mit 500 Euro dotierte Auszeichnung in einem Gottesdienst am 3. Juli um 10 Uhr, teilte ein Kirchensprecher am Montag mit.

Insgesamt 43 evangelische Kirchengemeinden in Niedersachsen erhalten das Gütesiegel "Diakonische Gemeinde". Damit wollen die hannoversche Landeskirche und ihr Diakonisches Werk nach Angaben der Diakonie die Sozialarbeit der Gemeinden würdigen. Das Projekt ist mit insgesamt 100.000 Euro dotiert. Neben dem Siegel erhalten die Gemeinden jeweils einen Preis von 500 Euro. Das Projekt läuft bis April 2006.

Die "Kindertafel" bietet den Angaben zufolge seit 1995 Kindern aus sozial benachteiligten Familien täglich ein warmes Mittagessen. Außerdem erhalten die Schülerinnen und Schüler Hilfe bei den Hausaufgaben. Zum Projekt gehören Angebote der offenen Jugendarbeit, Einzelbetreuungen und Elternarbeit. Das durch Spenden finanzierte Projekt wurde im vergangenen Jahr auch beim niedersächsischen Landeswettbewerb "Aktiv für gesunde Kinder und Familien" ausgezeichnet. (epd
Niedersachsen-Bremen/b2140/20.06.05)
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Nagel: Ökonomischer Druck wird Klinik-Ethik beeinflussen
Hannover (epd). Der wirtschaftliche Druck auf die Krankenhäuser werde zunehmend die Überlegungen zur klinischen Ethik beeinflussen, sagte der Gesundheitsethiker Eckhard Nagel am Freitag in Hannover. Hinzu kämen veränderte Entscheidungsstrukturen und neue Fragen durch neue medizinische Möglichkeiten und Techniken. Nagel, der auch stellvertretender Vorsitzender des Nationalen Ethikrates ist, sprach zum zehnjährigen Bestehen des Zentrums für Gesundheitsethik der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Nach Nagels Einschätzung steigt der "Ethikbedarf". Dabei gehe es um existenzielle Dinge wie Sterbehilfe, Abtreibung oder die Zuteilung oder den Abbruch von Behandlungen, aber auch um den Umgang des Führungspersonals mit den Mitarbeitern und Patienten. In vielen Krankenhäusern würden Ethik-Komitees eingerichtet. Sie dürften aber nicht zum Feigenblatt für weitgehend ökonomisch vorbestimmte Entscheidungen werden. Ethik reiche nur so weit wie die innere Haltung des Einzelnen, mahnte der Mediziner.

Nagel ist Professor für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften in Bayreuth und leitet am Klinikum in Augsburg das Transplantationszentrum. Er war Präsident des 30. Deutschen Evangelischen Kirchentags Ende Mai in Hannover. Außerdem war er Mitglied der Rürup-Kommission zur Reform der Sozialsysteme. (epd
Niedersachsen-Bremen/b2117/17.06.05)

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