Auf einen Blick (15.6.)

Nachricht 15. Juni 2005

Öffentlichkeitspastor erklärt das Kirchenjahr
Norden/Kr. Aurich (epd). Der Öffentlichkeitspastor des evangelisch-lutherischen Sprengels Ostfriesland, Jörg Buchna, hat ein Buch über das Kirchenjahr und die kirchlichen Feiertage veröffentlicht. Unter dem Titel "1 x 1 des Kirchenjahres" erklärt der Pastor aus Norden auf 32 Seiten die Ursprünge und Bedeutungen der kirchlichen Feste.

Buchna zufolge zeigen Umfragen, dass immer weniger Menschen die Bedeutung der kirchlichen Feiertage kennen. Weihnachten als Fest der Geburt Jesu und Ostern als Tag der Auferstehung Jesu seien gerade noch bekannt. Doch nur wenige wüssten, warum Ostern meist jedes Jahr auf einen anderen Sonntag fällt oder warum der letzte Tag des Jahres Silvester heißt. Auch der Pfingstochse und der Siebenschläfertag werden von dem Pastor erläutert.

Buchna berichtet auch, wie sich Traditionen verändert haben: So zögen in einigen Teilen Deutschlands noch heute am Himmelfahrtstag die Gemeinden mit einer Christusfigur in einer Prozession durch die Natur.
Diese Flurprozessionen hätten schon früher oft mit einer "Brotzeit" geendet. So sei aus dem "Herren-Ausflug" der "Vatertag" entstanden.
Das im Selbstverlag erschienene Buch hat die ISBN-Nummer 3-87542-052-7 und kostet 2,90 Euro. (epd Niedersachsen-Bremen/b2028/15.06.05)
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Brand im Kloster Frenswegen: Betrieb läuft weiter
Nordhorn (epd). Nach einem Brand im Dachstuhl des Klosters Frenswegen in Nordhorn am Mittwochmorgen läuft der Betrieb nach Angaben des Trägers "normal weiter". Der Dachstuhl sei aus bislang ungeklärter Ursache gegen 8 Uhr morgens in Brand geraten, erklärte die Geschäftsführerin der Stiftung Kloster Frenswegen, Heike Sandersfeld, am Mittwoch dem epd. Die Feuerwehr habe Schlimmeres verhindert. In den Räumen habe es nicht gebrannt.

Die etwa 70 Seminarschüler und Mitarbeiter hätten das Haus bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr selbstständig verlassen und "waren zu keiner Zeit in Gefahr", betonte Sandersfeld. Der Sachschaden liegt ihrer Ansicht nach im sechsstelligen Bereich. Mit den Aufräumarbeiten sei bereits begonnen worden.

Das Feuer war nach Angaben der Polizei Nordhorn "nicht so schlimm, wie es zunächst den Anschein hatte". Es sei im Haupttrakt des Gebäudes einseitig im Dachstuhl ausgebrochen. Dort sei das Dach mit Stroh isoliert gewesen. Die Feuerwehr habe die Dachpfannen heruntergenommen, um besser löschen zu können.

Das im Jahr 1394 gegründete Augustiner-Chorherrenstift ist heute eine ökumenische Besinnungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte. Sie wird inhaltlich von je einem evangelisch-lutherischen, einem evangelisch-reformierten und einem römisch-katholischen Pfarrer geleitet. Die Geschäftsführung obliegt der Stiftung Kloster Frenswegen.
(epd Niedersachsen-Bremen/b2089/15.06.05)
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Prozess um Brandstiftung in Göttinger Kirche geht weiter
Göttingen (epd). Der Strafprozess um die Brandstiftung in der evangelischen Göttinger Johannis-Kirche geht an diesem Freitag vor dem örtlichen Amtsgericht weiter. Das Verfahren war am 10. Mai unterbrochen worden, nachdem das Gericht eine Untersuchung des jüngeren der beiden Angeklagten auf seine Strafmündigkeit angeordnet hatte. Bei dem Feuer im Nordturm der Kirche und den anschließenden Löscharbeiten war im Januar Sachschaden in Millionen-Höhe entstanden.

Zwei zur Tatzeit 15 und 19 Jahre alte Schüler haben in den polizeilichen Vernehmungen die Brandstiftung gestanden. Sie waren ein Baugerüst hinauf geklettert und hatten in der früheren Türmerwohnung Feuer gelegt. Über ihr Motiv gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Der als Haupttäter geltende 19-Jährige sitzt in Untersuchungshaft.

Jugendliche sind grundsätzlich ab einem Alter von 14 Jahren strafmündig. Weil im Falle des inzwischen 16-jährigen Beschuldigten Zweifel an der Strafmündigkeit bestünden, hatte die Verteidigung eine Untersuchung beantragt. Der damit beauftragte Sachverständige wird sein Gutachten bei der nicht öffentlichen Verhandlung am Freitag vorstellen.

Erst kurz vor der Brandstiftung waren die beiden Türme der Johanniskirche für rund sieben Millionen Euro saniert worden. Die mittelalterliche Kirche ist eines der Wahrzeichen Göttingens. Die Wiederherstellung der abgebrannten Spitze des 72 Meter hohen Nordturms und die Beseitigung der Brand- und Wasserschäden werden von einer Versicherung bezahlt. Mitte November soll die Kirche vollständig wieder hergestellt sein. (epd Niedersachsen-Bremen/b2084/15.06.05)
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