Eckhard Nagel: Kirchensteuer bleibt unverzichtbar

Nachricht 20. Mai 2005

Fulda/Hannover (epd). Kirchentagspräsident Eckhard Nagel hat die Kirchen dazu aufgerufen, neben der Kirchensteuer zusätzliche Einnahmequellen zu nutzen. Beispiele seien neue Stiftungsmodelle oder ein Kirchgeld wie etwa in Bayern und Württemberg, erklärte Nagel am Freitag in Fulda. Das bestehende Modell der Kirchensteuer bezeichnete er als unverzichtbar. Er halte aber wegen der erwarteten demografischen Veränderungen Ergänzungen zur Kirchensteuer für nötig, "denn die Kirchen brauchen nicht weniger, sondern mehr Geld".

Das System der Kirchensteuer in Deutschland habe sich bewährt, fügte Nagel hinzu. Die Kirchen leisteten für die Gesellschaft wichtige soziale Dienste. Auch Kirchentage könnten in ihrer heutigen Form nicht stattfinden ohne die finanzielle Unterstützung durch die evangelischen Landeskirchen. Neue zusätzliche Finanzierungsmodelle könnten jedoch dabei helfen, die Arbeit der Kirchen zu sichern.

Viele Menschen zahlten ihre Kirchensteuer freiwillig, so Nagel. "Ich bin überzeugt davon, dass viele darüber hinaus Mittel für kirchliche Aufgaben zur Verfügung stellen, wenn sie gezielt dazu dienen, einzelne Projekte zu erhalten oder zu ermöglichen." Auf keinen Fall dürften sich die Kirchen, ihre Werke und Verbände von ihren sozialen Aufgaben zurückziehen. Der Staat selbst könne diese Arbeit nicht leisten.

Nagel hatte zuvor langfristige Alternativen zur Kirchensteuer gefordert. Wenn die Kirchensteuer die Haupteinnahmequelle bleibe, kämen die Kirchen angesichts der Bevölkerungsentwicklung in einen Dauerprozess des Sparens, sagte Nagel am Donnerstag dem epd. Daher müssten neue Finanzierungswege gefunden werden. Auch leitende Kirchenvertreter hatten sich strikt gegen eine Abschaffung der Kirchensteuer ausgesprochen. (epd Niedersachsen-Bremen/b1599/20.05.05)

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